Gehalt reicht nicht

25. März 2019 20:30; Akt: 25.03.2019 20:57 Print

Jedem Zweiten geht vor Monatsende das Geld aus

Rund die Hälfte der Österreicher kommen mit ihrem Gehalt keinen ganzen Monat durch, wie eine Umfrage ergab. Und: mehr als ein Viertel hat keinerlei finanziellen Rücklagen.

Kein Geld mehr im Börserl. So geht es zum Monatsende der Hälfte aller Österreicher. (Bild: iStock)

Kein Geld mehr im Börserl. So geht es zum Monatsende der Hälfte aller Österreicher. (Bild: iStock)

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Jeder zweite Österreicher findet mit seinem monatlichen Einkommen kein Auskommen mehr. Das geht aus einer Umfrage der Bank ING in mehreren Ländern hervor. In Österreich nahmen daran insgesamt über eintausend Personen teil. Den Ergebnissen zufolge haben 51 Prozent der Befragten gegen Monatsende gelegentlich oder meist kein Geld mehr am Konto.

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Das liegt aber scheinbar nicht daran, dass das Geld achtlos zum Fenster rausgeworfen wird. Eher dürften laut der Studie geringere Einkommen hier der Grund sein. Denn: 93 Prozent gaben an, ihre Ausgaben regelmäßig im Blick zu haben – sei es in Form eines Haushaltsbuches, einer App oder der laufenden Kontrolle der Kontoauszüge.

"Finanzielle Lage verschärft sich"

Ist dann doch mal zu wenig Geld am Konto, dann reduzieren 80 Prozent ihre Ausgaben, 26 Prozent borgen sich Geld aus und 21 Prozent greifen zur Kreditkarte. Mehrfachnennungen waren in diesem Punkt möglich.

"Die finanzielle Lage verschärft sich nicht nur in Österreich, sondern in vielen europäischen Ländern", sagt ING-Chefökonom Carsten Brzesk. Die ING International Survey zeigt auch: Mehr als ein Viertel der Österreicher (27 Prozent) hat keinerlei Ersparnisse. Besonders Frauen verzichten scheinbar öfter auf eine finanzielle Rücklage. 32 Prozent der Österreicherinnen sparen nichts an, unter den Männern ist der Anteil mit 23 Prozent geringer.

Schere zwischen Arm und Reich

13 Prozent der Sparer gaben an, weniger als ein Nettomonatseinkommen ihres Haushalts an Reserven angespart zu haben und stehen damit ebenso auf finanziell wackeligen Beinen. "Erst ab etwa drei Monatseinkommen kann man von einer ausreichenden Rücklage sprechen, die notfalls unerwartete dringende Ausgaben abdeckt", so die Experten der ING. Immerhin: der Rest ist gut abgesichert. 42 Prozent der Sparer verfügen über einen Polster zwischen ein und sechs Monatsgehältern.

"Die schönen Sparquoten im Euroraum sollten nicht über die problematische Lage hinwegtäuschen, nämlich über die Schere zwischen Arm und Reich, die weiter auseinander geht: Der Anteil derjenigen, die gar nicht sparen (können), steigt an. Gleichzeitig legen die, die können noch mehr zur Seite", warnt auch ING-Chefökonom Brzesk.

Über die Umfrage

Die Umfrage erfolgte im Rahmen der ING International Survey – einer Studienserie, die im Auftrag der ING Group regelmäßig verschiedene Aspekte rund um die Themen "Sparen, persönliche Finanzen, Digitalisierung/Banking und Wohnen" beleuchtet.

Für die aktuelle Umfrage wurden vom Institut Ipsos online in 13 Ländern Europas (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien, Türkei, Tschechien) sowie den USA und Australien knapp 15.000 Personen ab 18 Jahren befragt. In Österreich wurden über 1.000 Personen befragt.

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(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerlinde am 25.03.2019 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Kein Wunder bei diesen Wucherpreisen!!

    einklappen einklappen
  • Lilly am 25.03.2019 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles überteuert

    Wie auch??? Das Leben in Österreich ist teuer! Lebensmittel und Kosmetika sind wesentlich günstiger in Deutschland !!!!!!

    einklappen einklappen
  • Mal ehrlich am 25.03.2019 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Verwunderlich

    Komisch, bei der Steuerbelastung für relativ geringe Löhne.. Nur beim Ausgeben der Steuern sind keine Grenzen zu erahnen...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Steve am 29.04.2019 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nicht die EU, wer dann?

    @Hypnos Im Jahre 2000 hatte ich bei Opel 24.000,- Schilling Netto im 24 Stunden Schichtbetrieb verdient. Heute bin ich bei einer anderen Firma im 24 Stunden Schichtbetrieb, und bekomme 2.000,- Netto. Das ist eine Steigerung von ca. 3.000,- Schilling/ 218. Wie viel hat eine Semmel im Jahre 2000 gekostet, 2 Schilling? Heute kostet sie 35 Cent, das sind umgerechnet fast 5 Schilling. Eine Steigerung um 150%. Ich kann mich noch erinnern wie man mit 200 Schilling, das sind ca. 14, das Auto Voll getankt hat. Heute kosten 45 Liter ca. 55. Wenn nicht die EU daran schuld ist, wer dann? Unsere Politiker?

  • Wolfgang Winkler am 29.03.2019 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Vorschlag um diese Misere zu beheben Förderungen wie imm Agrabereich gewähren, dann hat jeder kleine Mann Geld am Monatsende

  • Rambo am 26.03.2019 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Selber Schuld,viele Österreicher geben ihr Geld für Haustiere,teure Hobbys und jede Woche 1-2 mal Essen gehen im Gasthof aus. Später sinds neidisch auf die Migranten warum sie bessere Autos fahren,bessere Klamotten tragen und Häuser bauen können aber sie nicht? Ganz einfach die Migranten geben kein Geld für solche unnötigen dinge aus.

  • Eva am 26.03.2019 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles unverhältnismäßig teurer

    Meine 1. Wohnung (80m2) kostete 2.200 Schilling inkl Warmwasser und Heizung. Das war damals 20% meines Gehalts als Bürokraft. Heutzutage kosten die Mieten 70% eines Durchschnitteinkommens bzw. Pension. Das ist nur ein Beispiel wie teuer alles geworden ist, während die Einkommen kaum steigen. Und da wundert es nicht wenn am Ende des Geldes noch soviel Monat über bleiben! Hätte z. B. zu Schillingzeiten jemand ATS 50,- (und mehr) für eine Melange im Kaffeehaus bezahlt??

  • Wiener am 26.03.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    An den Folgen der jahrzehntelangen Überschuldungspolitik werden wir noch lange zahlen ...