Keine Einigung im KV-Streit

05. Dezember 2018 22:01; Akt: 06.12.2018 13:01 Print

Handel droht ab 8.12. mit "betrieblichen Aktionen"

Auch in der vierten Verhandlungsrunde kam keine Einigung zustande. Jetzt werden österreichweit betriebliche Aktionen angekündigt – und das ab Samstag.

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Die Kollektivvertragsverhandlungen für die 430.000 Handelsangestellten brachten auch in der vierten Verhandlungsrunde kein Ergebnis.

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"Das Letztangebot der Arbeitgeber in der Höhe von 2,35 Prozent Gehaltssteigerung zeugt von einer Geringschätzung der Leistungen der Angestellten. In praktisch allen Branchen, die in den letzten Wochen KV-Abschlüsse erzielten, lagen diese über der 3 Prozent-Marke. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum ausgerechnet die Angestellten im Handel bei der heurigen Gehaltsrunde keinen angemessenen Anteil an der Wirtschaftsleistung der Branche bekommen sollen", so die Verhandlerin der GPA-djp Anita Palkovich am Mittwochabend.

Zwar sei es richtig, dass es im Rahmenrecht und bei der Lehrlingsentschädigung qualitativ gute Angebote gab, diese könnten aber eine deutliche Gehaltserhöhung, "die die Beschäftigten im Börsel spüren, nicht ersetzen." Wann sich Gewerkschaft und die Arbeitgeber erneut treffen, steht noch nicht fest. Der heutige Termin war der Letzte, der offiziell vereinbart wurde.

Einkaufssamstag bedroht?

Deshalb wird betrieblichen Aktionen gedroht: "Wir werden nun den Weg von öffentlichen Aktionen und betrieblichen Aktivitäten einschlagen, die ab 8. Dezember starten", so der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner.

Welche Aktionen konkret geplant sind, war zunächst nicht bekannt. Allerdings gilt der 8. Dezember – trotzdem es ein Feiertag ist – als Einkaufstag: Geschäfte dürfen offiziell von 10 bis 18 Uhr offen halten.

Billa gibt seinen Mitarbeitern schon fast traditionell an Mariä Empfängnis frei, während es bei Ketten wie Hofer, Lidl, Penny und Spar keine Einschränkungen gibt. Bei dm sind fast alle Shops geöffnet, auch bei Bipa kann man in 570 der insgesamt 600 Filialen einkaufen.

Was die angekündigten Aktionen für den zweiten Advent-Einkaufssamstag bedeuten werden bzw. ob nun doch mehr Betriebe geschlossen, bleibt abzuwarten.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • eb am 05.12.2018 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit wirds

    wäre Zeit dass der Handel endlich aufwacht,das Stiefkind jedes Jahr bei Gehaltserhöhungen

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  • Anna Huber am 06.12.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Geschäfte geschlossen halten und Punkt!

    Der 8 Dez ist ein Feiertag und ich würde mich freuen, wenn alle im Handel an diesem Tag streiken würden. Es ist nicht notwendig an einem Feiertag die Geschäfte offen zu halten. Und von Freiwilligkeit ist hier nicht zu sprechen. Willst an dem Tag nicht arbeiten, hast die ärgsten Probleme. Es gibt genug Tage an denen man einkaufen kann!

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  • Anna Blume am 05.12.2018 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    3% ist Minimum!

    Es ist kein Naturgesetz, dass der Handel bei den Gehaltssteigerungen immer viel niedriger liegt als in andere Branchen! Gerade im Handel sind die Gehälter niedrig, der Arbeitsdruck wurde in den letzten Jahren massiv höher (Personalabbau, flexible Arbeitszeiten..) Eine Lohnerhöhung von 3% bei 2000 bto brächte nto gerade 2,16% mehr, was ca der Inflation entspricht.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • benko am 07.12.2018 02:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billa

    So weit ich mich erinnern kann war Billa das erste Geschäft das am 8. Dezember aufgesperrt hat, wenn man jetzt vom Lebensmittelhandel spricht, dann sind alle anderen nachgefolgt, von wegen traditionell

    • Ichunddu am 08.12.2018 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz...

      ...genau. Früher sperrten am Samstag um 12:00 Uhr Mittag alle Geschäfte zu. UND...OH WUNDER... alle Gewerbetreibenden überlebten. Das Zweite Wunder: Jedermann/frau schaffte es locker, vor dem Wochenende den Kühlschrank und Anderes zu füllen.... Es war ganz einfach so. Nur, bei dem was arbeitsmäßig (zeitlich & finanziell) jetzt abgeht, ist es wiederum ein Wunder, den Kühlschrank am Wochenende überhaupt füllen zu können.

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  • Bruno Bär am 06.12.2018 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schluß mit lustig

    Haben jetzt endlich alle Teilgewerkschaften ihre Muskeln spielen lassen, oder kommt noch was nach. Jetzt wird es mühselig und dann ist hoffentlich für ein Jahr eine Ruhe

  • Eva am 06.12.2018 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Geld für gute Arbeit

    Ich brauche 10 Geschenke für Weihnachten und kaufe nicht mehr und nicht weniger. Egal ob am 8.12. offen ist. Bin übrigens in der Zeit aufgewachsen, wo Samstag die Geschäfte mittags schlossen. Und - oh Wunder - wir sind nicht verhungert . Die Handelsangestellten sind schlecht bezahlt, haben unattraktive Arbeitszeiten. Deswegen: streikt ruhig am 8.! Ich kauf dann am 10. ein..,

  • Xenia am 06.12.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    Seit Jahren bekommen die Handelsangestellten immer weniger Lohnerhöhung als die meisten anderen. Und das bei ohnehin schon niedrigen Löhnen. Das ist nicht gerecht. Außerdem fließt das Geld von Wenigverdienern ohnehin größtenteils in den Konsum, nützt also wieder dem Handel.

  • Robert Dolezal am 06.12.2018 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    8. Dezember, nein danke

    Wer unbedingt am 8. Dezember einkaufen muss, soll einmal eine Woche Als schlechtbezahlter Verkäufer arbeiten.