USA gegen EU

01. Juni 2018 10:05; Akt: 01.06.2018 10:30 Print

Kurz und Schramböck fordern Vergeltungszölle

Die Strafzölle von US-Präsident Trump stoßen in Österreich auf Empörung. Die Regierung fordert Gegenmaßnahmen.

Ministerin Schramböck (ÖVP), Bundeskanzler Kurz (ÖVP) (Bild: picturedesk.com)

Ministerin Schramböck (ÖVP), Bundeskanzler Kurz (ÖVP) (Bild: picturedesk.com)

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Die Strafzölle von US-Präsident Donald Trump auf Stahl und Aluminium erregen in Österreich helle Empörung. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erklärte, wenn die USA bedauerlicherweise diesen Weg beschreiten, müsse die EU mit Gegenmaßnahmen reagieren. „Wir sind gut darauf vorbereitet“, so Kurz: „Die Strafzölle der USA sind der falsche Weg und gefährden europäische Wirtschaftsinteressen“.

"Gegenmaßnahmen"

Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) zeigte sich empört: „Mit den USA verbinden uns seit vielen Jahren enge Wirtschaftsbeziehungen – dass US-Präsident Trump diese aufs Spiel setzt, ist unverantwortlich“, sagte sie zur APA. Die EU müsse nun „geschlossen vorgehen und angemessene Gegenmaßnahmen setzen“. Österreich wolle ein Zeichen setzen, „dass wir uns nicht alles gefallen lassen.“

Zweitwichtigster Handelspartner

Die USA sind Österreichs zweitwichtigster Handelspartner - mit einem Handelsvolumen von rund 14,4 Mrd. Euro in den ersten elf Monaten 2017. Im Handel mit Amerika erzielte Österreich dabei einen Überschuss von rund 3,5 Mrd. Euro. 2016 lieferte Österreich Eisen- und Stahlprodukte um 160 Mio. Euro und Aluminium im Wert von rund 170 Mio. Euro in die USA.

3.000 Jobs betroffen

Wifo-Experte Gerhard Streicher hat Auswirkungen der US-Strafzölle auf den heimischen Arbeitsmarkt berechnet. Demnach wären in Österreich etwa 3.000 Jobs betroffen, die aber nicht unbedingt wegfallen müssen.

In Österreich gibt es eine sehr starke Zulieferindustrie für die deutschen Auto-Konzerne. Diese Zulieferer wären von Zöllen auf in die USA gelieferte Autos massiv betroffen. Ob wirklich Arbeitsplätze verloren gehen, hänge davon ab, ob die Autofirmen andere Absatzmärkte finden können, so Streicher.

Sollte es keine Gegenmaßnahmen geben, würden die 3.000 Jobs in Österreich verloren gehen. Abgesehen davon ist in Österreich mit einem Preisanstieg um 0,05 Prozent und einem Rückgang der Wirtschaftsleistung (BIP) um rund einen Zehntelprozentpunkt zu rechnen, so der Experte des Wirtschaftsförderungsinstitutes.


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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Übersee am 01.06.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern

    fangt doch einfach mal an, die Steuervergünstigungen für diese Übersee Konzerne zu beseitigen.. dann hauen die von alleine wieder ab.

  • Axel am 01.06.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ein witz

    Das wäre der richtige Weg. Gegensanktionen die bitter schmecken. Am besten wäre Europa würde endlich mit Russland einen weg gehen und die USA links liegen lassen. Lieber Herr trump mach weiter so und die ganze Welt wird bald auf die USA herab schauen und lachen. America first nie und nimmer.

  • Horst am 01.06.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Amis eben

    Das haben wir davon stä dig dem Amis in den A.. kriechen ,und so sieht Freundschaftliche Beziehung aus? Aber ständig gegen Putin lästern ,und Sanktionen setzen ,wer wohl von den beiden Unberechenbar ist?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Koarl am 02.06.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    jede Wette,

    da kommt nichts. Nachdem diese EU ein von DE gesteuerter Wirtschaftsblock mit jeder Menge an Versorgerposten für abgehalfterten Politiker ist,braucht sich Trump keine Sorgen um Gegenmaßnahmen machen. Heiß wird es erst wenn er massiv die Deutsche Autoindustrie angreift. Dann wird Frau Merkel die EU in den (Handels) Krieg schicken.

  • Silberbein am 02.06.2018 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zoll wird wettgemacht

    durch den krisenbedingten Wertverlust des Euros gegenüber dem Dollar (Italien, Spanien usw.) wird der Zoll wieder wettgemacht. Eine Win Win Situation also

  • Heinrich H. am 01.06.2018 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Vor kurzem (sic!) hat die Krone noch damit geprahlt, dass der neue US-Botschafter unseren Bundeskanzler doch so toll findet. Kann er sich jetzt was davon kaufen?

  • Joe am 01.06.2018 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warten auf die EU

    man kann nur gespannt sein wie Jetzt die EU darauf reagiert. für mich lässt sich die EU zu lange Zeit.

  • Horst am 01.06.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Amis eben

    Das haben wir davon stä dig dem Amis in den A.. kriechen ,und so sieht Freundschaftliche Beziehung aus? Aber ständig gegen Putin lästern ,und Sanktionen setzen ,wer wohl von den beiden Unberechenbar ist?