Rechtlich gesehen

09. November 2018 15:36; Akt: 13.11.2018 11:08 Print

Müssen Streik-Teilnehmer um ihren Job fürchten?

Verhandlungsstopp, Warnstreiks ab Montag. Die KV-Verhandlungen der Metaller sind in einer Sackgasse angekommen. Hier die wichtigsten Antworten!

Symbolbild (Bild: iStock)

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In Sachen Gehalt und Arbeitszeiten sind sich die Gewerkschaft und die Arbeitgeber in der Metalltechnischen Industrie (FMTI) auch in der jüngsten, von vielen als entscheidend bezeichneten Runde nicht einig geworden.

Das bedeutet: Streik. Die Gewerkschaft hat ab Montag weitere Betriebsversammlungen und Warnstreiks in den Betrieben angekündigt.

Auch Renate Anderl, die Präsident der Arbeiterkammer Wien, hat kein Verständnis für die Unternehmen. "Die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Branche verdienen einen gerechten Anteil an den Gewinnen, denn ihre Leistungen haben es ermöglicht, dass hohe Dividenden an die Eigentümer ausbezahlt werden konnten", sagt sie in einer Aussendung.

Muss man beim Streik mitmachen?

Einer der größten Versicherer, die D.A.S. Rechtsschutz AG, hat nun einen anderen Aspekt analysiert. Müssen tatsächlich alle 130.000 betroffenen Arbeiter streiken, wenn die Gewerkschaft das will?

Die Antwort lautet Nein. Niemand kann dazu gezwungen werden, zu streiken: "Die Teilnahme an sogenannten Kampfmaßnahmen wie Streiks hat freiwillig zu passieren", erklärt Johannes Loinger, Vorstandsvorsitzender der D.A.S. dazu.

Muss man um seinen Job fürchten?

Viele Arbeitnehmer fragen sich vielleicht: Kann man entlassen werden, wenn man an einem Streik teilnimmt? Dazu stellt D.A.S. klar: Es gibt in Österreich kein Recht auf Streik. Um den Arbeitsplatz muss man dennoch nicht fürchten: "Seit rund neun Jahren hat sich die Auffassung geändert, dass die Teilnahme an einem Streik einen Entlassungsgrund darstellt", informiert Loinger.


Kann der Arbeitgeber Schadenersatz fordern?

Wenn die Arbeit niedergelegt wird, entsteht dem Unternehmen ein finanzieller Schaden. Soviel ist sicher, deshalb ist es auch ein gutes Druckmittel im sogenannten Arbeitskampf.

Der Arbeitgeber hat jedoch trotzdem schlechte Karten, wenn er Schadenersatz dafür fordern will. Theoretisch könnte er das bei den Organisatoren des Streiks. Dazu muss aber ein "rechtswidriges und schuldhaftes Handeln" nachgewiesen werden. Gegen einzelne Teilnehmer des Streiks kann kein Schadenersatz geltend gemacht werden - außer es kommt zu Sachbeschädigungen oder Randalen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hannah am 09.11.2018 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Aus Dornröschenschlaf erwacht ?

    Wäre die Gewerkschaft auch so engagiert gewesen als die Roten noch am Ruder waren, dann wäre sie glaubhaft. So ist das doch bloß eine Farce. Die hat wohl Kern aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküßt, sie sind ja doch noch nützlich (wenngleich nicht sehr hilfreich, ein bißchen Realismus und Kompromißbereitschaft würde ihnen gut anstehen). Ist nicht gerade eine metallverarbeitende Firma in Schwierigkeiten?

  • Nuri am 10.11.2018 04:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streikt ruhig ein Monat

    Bin gespannt wie lange der Streikfond hält? 5 Tage, 7 Tage? Diese Parteipolitischen Forderungen muss man aussitzen.

  • Franz Absberg am 10.11.2018 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Keine politischen Machtdemonstrationen!

    Streikende müssen dann um ihren Job fürchten wenn durch die überzogenen politischen Gehaltsforderungen Betriebe schliessen müssen weil sie nicht mehr konkurrenzfähig sind.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • naturlieb am 12.11.2018 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    GEWRKSCHAFTEN JAHRELANG GESCHLAFEN

    Gestreikt wird auch wenn unser Geld von der BAWAG in der Südsee versengt wurde. Egal wie lange. Auch wenn das Land zugrunde gehen muss,basta. Schliesslich hört keine ReGIERung auf uns. Es wird Zeit zum ausräuchern.

  • weissnicht am 11.11.2018 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit muss sein

    Wenn ich Arbeitgeber bin, und ich muss Leute kündigen weil Streiks das Überleben meiner Firma gefährdeten, finde ich es gerecht gegenüber den anderen Arbeitnehmern, wenn ich zuerst die Streiker hinauswerfe.

  • Arbeitender am 11.11.2018 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bestrafung muss sein

    Gehörten Alle abgemahnt, wenn sie bei Streik mitmachen. Stehen nicht zu ihrem Arbeitgeber.

    • ehklar am 11.11.2018 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Arbeitender

      Diese "Abmahnung" hätte den Effekt, dass künftige Kündigungen dieser Mitarbeiter beieinsprucht werden können. Also nur merken!

    • Angestellter am 12.11.2018 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Arbeitender

      als würden die Arbeitgeber zu ihren Angestellten stehen.. da pischel ich mich gleich an vor lachen

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  • Herr Rossi am 10.11.2018 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Wind sät wird Sturm ernten

    Nach den Streiks würde ich die Redelsführer in meiner Firma nach und nach kicken, nichts leichter als das. Jeder der gestreikt hat, hätte seine Aufstiegschancen verspielt. Mein Schaden wäre auch deren Schaden.

    • auf die kleinen am 12.11.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Rossi

      typisch kurzsichtig. Ohne dass Ihre Kunden Geld haben, werden Sie nur Verlust machen. Wer sind Kunden: Angestellte, Arbeiter etc

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  • GF am 10.11.2018 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewerkschaft

    obwohl ich schon älter bin kann ich mich nicht erinnern wann die rote Gewerkschaft bei einer Rot/Schwarzen Regierung 5% gefordert hat .........

    • Brigitte am 11.11.2018 09:14 Report Diesen Beitrag melden

      @GF

      Warum schreiben Sie die Unwahrheit? Die Gewerkschaften fordern immer eine hohe Gehaltserhöhung damit man sich dann in der Mitte einigt.

    • G.Punkt am 11.11.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

      soso

      und warum treffen sie sich jetzt nicht auch in der mitte ?

    • hmmmm am 12.11.2018 16:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Brigitte

      wann wurde sich in "der Mitte" getroffen?

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