Kontrollen explodieren

10. Januar 2018 11:35; Akt: 10.01.2018 12:23 Print

So arg schikanieren Behörden unsere Wirte

Kennzeichnung der Allergene in Speisekarten, extrem überzogene Hygienevorschriften, spontane Überprüfungen des Arbeitsinspektorats zur besten Geschäftszeit des Tages: Die heimischen Wirte steigen auf die Barrikaden.

Peter Dobcak, Fachgruppenobmann der Wiener Gastronomie:

Peter Dobcak, Fachgruppenobmann der Wiener Gastronomie: "Ich bin ein Wirt, holt mich hier raus!" (Bild: zVg)

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"Bei uns in Wien geht es aber noch viel härter zu als im australischen Dschungel. Die Wiener Gastronomen kämpfen Tag für Tag um ihr wirtschaftliches Überleben, und das ihr ganzes Arbeitsleben lang. Unsere Grässlichkeiten sind bürokratische Schikanen, die kein Ende nehmen", beklagt Peter Dobcak, Obmann der Wiener Gastronomie in der Wirtschafskammer Wien.

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Mehr Kontrollen, aber viel weniger Lokale mussten schließen
Während die Anzahl der Überprüfungen gestiegen ist - 2011 wurden nur 233 Lokale überprüft, letztes Jahr waren es schon 638 Lokale, also die dreifache Menge. 2011 mussten 23 Lokale geschlossen werden, 2017 hingegen nur zwölf. Die Zahl der Betriebe, die geschlossen werden mussten, hat sich also halbiert. Bei 8.000 Gastronomiebetrieben gab es für 2017 lediglich 142 Beanstandungen beim Nichtraucherschutz, oftmals fehlten nur die Raucherhinweiskleber.

Die Schikanen: Die Kennzeichnung der Allergene in den Speisekarten, extrem überzogene Hygienevorschriften und spontane Überprüfungen des Arbeitsinspektorats zur besten Geschäftszeit des Tages seien nur einige Beispiele dafür, was Gastronomen alles ertragen müssten.

"Aufgrund der enormen Auflagen ist es für Gastronomen sehr komplex geworden, zu arbeiten“, meint Dobcak. Denn von Bürokratieabbau sei 2017 nicht viel zu merken gewesen. „Alle Vorschriften zu kennen und im Bürokratie-Dschungel den Überblick zu bewahren, ist sehr schwierig geworden. Die Wirte sind ja schließlich Gastronomen, und keine Juristen". Deshalb arbeite die Fachgruppe Gastronomie an Vorschlägen zur Entbürokratisierung und werde diese in Kürze an die Regierung übermitteln, so der Gastronomieobmann.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Huberbauer am 10.01.2018 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    ich hoffe, durch die neue Regierung wird sich doch einiges ändern.

    einklappen einklappen
  • Seitenblick am 11.01.2018 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bis zu 5 mal länger

    Die Bürokratie lähmt den Ablauf des Tagesgeschehens. Mir fällt auf dass ich für die gleiche Arbeit in der Firma bis zu 5 Mal länger benötige als früher. Einfach weil derart viele Zwischenschritte notwendig sind. Ergebnis ist eine verringerte Produktion und eine überbordende Zettelwirtschaft. Wenn ein Zettel fehlt ist das eine weltbewegende Geschichte. Wenn dadurch monatelange Wartezeiten entstehen ist das inzwischen normal. Armes Europa

  • Susanne am 10.01.2018 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Danke EU

    Es werden am Ende nur McDonald's und Burger King überleben ...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Long live the Queen am 16.01.2018 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hygiene

    Lange lebe die Jammerei. Wer möchte nicht in einem unhygienisch geführten Restaurant ein Gast sein :) :) :).

  • j.l. am 15.01.2018 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    nun mag man es als schikane

    sehen. aber was ich schon in der gastronomie gesehen habe in meinen kurzen zeiten als küchenhilfe und kellner wundert es mich nicht

  • Wolfgang Winkler am 11.01.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    denke es würde reichen intelligente Prüfer einzusetzen und nicht diese Möchtegern "kleinen"- abgesehen davon - jeder Unternehmer muss seine Pflichten und Vorschriften kennen oder gilt immer noch der alte Spruch -" wer nix kann und nix wird , wird Wirt "

  • Seitenblick am 11.01.2018 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bis zu 5 mal länger

    Die Bürokratie lähmt den Ablauf des Tagesgeschehens. Mir fällt auf dass ich für die gleiche Arbeit in der Firma bis zu 5 Mal länger benötige als früher. Einfach weil derart viele Zwischenschritte notwendig sind. Ergebnis ist eine verringerte Produktion und eine überbordende Zettelwirtschaft. Wenn ein Zettel fehlt ist das eine weltbewegende Geschichte. Wenn dadurch monatelange Wartezeiten entstehen ist das inzwischen normal. Armes Europa

  • Susanne am 10.01.2018 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Danke EU

    Es werden am Ende nur McDonald's und Burger King überleben ...