Seniorenbetreuung

06. Juli 2018 15:33; Akt: 06.07.2018 16:28 Print

Wie Senioren zu betreuten Wohnungen kommen

Was tun, wenn man im Alter nicht mehr allein wohnen kann oder will? Viele Senioren entscheiden sich für betreute Wohnungen.

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Das Kuratorium für Wiener Pensionisten-Häuser betreut 8.900 Senioren.

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Altwerden ist eine Herausforderung, jeden Tag. Viele Pensionisten quält die Einsamkeit, der Körper lässt nach, die Bewegungsfähigkeit wird geringer. Was also tun, wenn man im Alter nicht mehr alleine wohnen kann? Man sucht nach einem Platz in einer betreuten Seniorenwohnung.

"Im Akutfall können wir binnen 24 Stunden eine passende Wohnung anbieten", sagt Gabriele Graumann zu "Heute". Die Geschäftsführerin des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) leitet 30 "Häuser zum Leben", die rund 8.900 Menschen Platz bieten. Ihre KWP ist der größte Anbieter in der Seniorenbetreuung in Österreich.

"Häuser zum Leben"

In den "Häusern zum Leben" haben die Pensionisten ihre eigenen Einzel- oder Doppelwohnung. Das Angebot reicht vom "Unterstützten Wohnen" (ohne Pflegestufe) über "Betreutes Wohnen" (Pflegestufe 1-6) bis hin zu "Gepflegt Wohnen" im stationären Bereich. Die Häuser verfügen über eigene Ärzte-Teams.

Eine Besonderheit der Bundeshauptstadt: In Wien können Senioren auch ohne Pflegebedarf eine Wohnung bekommen. Wenn Gehbehinderte in einem Wohnhaus ohne Lift leben oder unter Depressionen leiden, genügt das, um eine Seniorenwohnung zu beantragen.

Wie geht das?

Doch wie kommt man zu einer betreuten Wohnung? Interessierte können beim "Fonds Soziales Wien" (FSW) telefonisch unter 01 24 5 24 oder via Internet unter kwp.at eine Antragsmappe bestellen, diesen Antrag ausfüllen und ihn einreichen. Dann kommt eine FSW-Mitarbeiterin und stellt fest, welche Art der Betreuung der Pensionist braucht.

Wenn die Voraussetzungen – ein halbes Jahr Hauptwohnsitz in Wien, Österreicher oder EU-Bürger – erfüllt sind, wird eine Förderbewilligung ausgestellt. Diese Förderbewilligung des FSW die Grundlage für den Einzug in ein KWP-Haus. Neu ist, dass seit Anfang 2018 das persönliche Vermögen des Antragstellers nicht mehr geprüft wird. Es gibt in Wien also keinen Pflegeregress.

Danach werden vom Kuratorium passende Wohnungen präsentiert. Wenn sich der Senior eine Wohnung ausgesucht hat, wird ein Betreuungsvertrag unterschrieben.

Die Kosten werden übernommen

Mit diesem Betreuungsvertrag werden die Kosten für die KWP-Wohnungen vom Fonds Soziales Wien (FSW) übernommen. Kostet eine Wohnung also 1.200 Euro samt Betreuung und Verpflegung, aber der Senior bekommt nur 800 Euro Pension, schießt der FSW die Differenz von 400 Euro zu, erklärt KWP-Geschäftsführerin Graumann. Dem Pensionisten bleiben aber 20 Prozent seiner Rente als Taschengeld sowie die 13. und 14. Monatzahlung.

Die Warteliste

Ohne Akutbedarf wandert man auf eine Warteliste. Im Schnitt bekommt man dann binnen eines halben Jahres die Wohnung und die Betreuungsmöglichkeiten, die man sich ausgesucht hat, sagt Gabriele Graumann. Je spezieller die Wohnungswünsche, desto länger die Wartezeit.

"Wir müssen da sein, wenn die Leute uns brauchen. Und zwar möglichst zeitnah", erläutert die Geschäftsführerin. Deshalb gebe es heutzutage keine langen Vormerklisten mehr, obwohl die Auslastung der Häuser zwischen 94 und 98 Prozent liege. Das sei auch für die hohe Wirtschaftlichkeit der Häuser entscheidend.

Haustiere wie Katzen und Hunde sind in den KWP-Wohnungen übrigens erlaubt. Auch Alkohol wird ausgeschenkt. "Alles, was Bewohner brauchen, ist ein alltagsnormales Leben", betont Graumann: "Und das organisieren wir hier – mit dem Anspruch, den Menschen ihre Autonomie zu lassen".

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 08.07.2018 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Häuser zum Sterben

    Die Menschen bekommen dort viel zu wenig zum essen,..weiters müssen sie das Abendessen schon in der Früh mit in die Wohnung nehmen,... nicht mehr und Stress sollte man die von sich aus reinstellen...alles viel zu teuer,...Beschwerden werden abgewimmelt,....kein warmes essen am Abend,..Keine Küchen und keine Herdplatten in den Wohnungen usw. Für weitere fragen stehe ich gerne zu Verfügung,...fehler bei den Abrechnungen usw.

  • Konfusius am 07.07.2018 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Heimleben hat Vorteile und Nachteile

    "Betreutes Wohnen" ist an und fuer sich nett. Aber ich weiß durch Beschwerden, dass die alten Leute gezwungen werden, Diaetkost zu sich zu nehmen. Wenn man darüber zu sprechen kommt, heißt es vom Heim aus, es gäbe keine Ausnahmen. Man könne nicht zwei verschiedene Essen kochen. Daher richtet sich das Heim nur nach den Leuten, die sich durch normale Kost schädigen könnten. Die alte Person, die ich kenne, ist inzwischen bis auf die Knochen abgemagert. Ihr bleiben 240 Euro frei zur Verfügung. Sie hat sich darüber vormittags beklagt. Jetzt war ich bei ihr, und da hat sie sich nicht mehr beklagt

  • Marie am 08.07.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Häuser zum sterben

    meinte das es keine Küchen in den Wohnungen gibt,...Standardmäßig ( Klimt Heim, Jedlersdorf ) lt. aussagen des Personals mittlerweile nicht mehr erlaubt. Wasserentnahmestelle im Badezimmer neben dem Klo und der Dusche - dort muss man auch den Abwasch tätigen,...wenn das ein Wirt machen würde - wäre aus Hygienische Gründen das Lokal geschlossen,...traurig das ganze,..jeden Handgriff muß man auch extra bezahlen,.....essen müssen die Menschen per Internet das in der Lobby steht bestellen,..wobei es dann meistersns auch nicht klappt,. Viele haben Angst es zu sagen,..Bitte dranbleiben

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Für die genossen am 09.07.2018 22:01 Report Diesen Beitrag melden

    Freundschaft

    Steht der Pizzakanzler auch auf der Liste?

  • Marie am 09.07.2018 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Häuser zum Leben? Eher zu Sterben

    Ich würde mich freuen, wenn es da mal eine Sendung darüber geben würde! Und mal Bewohner, die noch nicht eingeschüchtert sind befragt werden aber auch die Angehörigen - wie das Leben in den sogenannten Häuser zu Leben ( Sterben ) aussieht,...wie sie mit dem Essen zufrieden sind und mit den Preisen - den eine Wohnung mit extra Schlafzimmer kostet ja auch das doppelte usw. Alles viel zu viel um es hier zu schreiben. Heimhilfen zu Hause leisten mehr als dort geleistet wird um diesen Preis

    • Tom am 09.07.2018 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmungsmache?

      Mich würde ihr Bezug zu den Häusern zum Leben interessieren bzw. woher ihr Frust kommt?? Sie schreiben hier Unwahrheiten (die Wohnungen haben auch in der Küchenzeile eine Waschbecken. Warum vergleichen Sie eine Wohnung mit einem Lokal? Kommt zu ihnen das Marktamt zur Kontrolle nach Hause? Darüber hinaus leben in sogenannten Doppelwohnungen Ehepaare (und ja die Kosten doppelt so viel wie eine Einzelwohnung....warum wohl??). Offensichtlich kennen sie alle Bewohnerinnen (fast 10000). Ich wünsche Ihnen trotzdem mehr Zufriedenheit in ihrem Leben!

    • Marie am 10.07.2018 00:40 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmungsmache?

      Sorry, das ist keine Stimmungsmache sondern Tatsache, gehen sie mal rein und schauen sich die Wohnungen an,...nicht die Show Apartement.Frage mich nur in welchen Haus zum Leben sie waren,..habe mehrere Angehörige in verschiedenen Häusern,..und überall ist es so,..Haus Tratzerberg usw. Es gibt auch kein warmes Abendesse, abgestande Suppen - abzuholen am Marktplatz - Milch , Butter wenn man es dazwischen möchte- zu bezahlen,..informieren sie sich- oder gehören sie zu den die sich an den alten Menschen bereichern?

    einklappen einklappen
  • Konfusius am 08.07.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Elend hinter dicken Mauern versteckt

    Heime hin oder her. Wahrscheinlich verbessern sie die Lage der dort Wohnenden nicht wirklich. Sowie Kinderheime oft Horte von Misshandlungen sein können, gilt das leider oft auch in Heimen fuer Senioren. Also ich persönlich gehe in kein Heim. Lieber gehe ich zum Sterben in die Schweiz.

  • fuhrinat am 08.07.2018 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilflos

    Echt jetzt? Das wäre ja menschenunwürdig aber mit den alten Leuten kann man es ja machen

  • Marie am 08.07.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Häuser zum sterben

    meinte das es keine Küchen in den Wohnungen gibt,...Standardmäßig ( Klimt Heim, Jedlersdorf ) lt. aussagen des Personals mittlerweile nicht mehr erlaubt. Wasserentnahmestelle im Badezimmer neben dem Klo und der Dusche - dort muss man auch den Abwasch tätigen,...wenn das ein Wirt machen würde - wäre aus Hygienische Gründen das Lokal geschlossen,...traurig das ganze,..jeden Handgriff muß man auch extra bezahlen,.....essen müssen die Menschen per Internet das in der Lobby steht bestellen,..wobei es dann meistersns auch nicht klappt,. Viele haben Angst es zu sagen,..Bitte dranbleiben