Kritik an Bestellung

24. April 2014 17:53; Akt: 24.04.2014 18:03 Print

Wirbel um Herbert Fechter als ORF-Neo-Stiftungsrat

Im ORF gehen wieder einmal die Wogen hoch. Für Unmut im ORF-Redakteursrat sorgt die Bestellung des Eventmanagers und Künstleragenten Herbert Fechter, der auf einem schwarzen Regierungsticket ins oberste ORF-Gremium, dem Stiftungsrat, einzieht. Die ORF-Journalisten orten Unvereinbarkeiten, da Fechters Agentur Geschäfte mit dem ORF macht.

Fehler gesehen?

Im ORF . Für Unmut im ORF-Redakteursrat sorgt die Bestellung des Eventmanagers und Künstleragenten Herbert Fechter, der auf einem schwarzen Regierungsticket ins oberste ORF-Gremium, dem Stiftungsrat, einzieht. Die ORF-Journalisten orten Unvereinbarkeiten, da Fechters Agentur Geschäfte mit dem ORF macht.

Fechter Management vertritt und vermittelt etwa "Große Chance"-Jurorin Karina Sarkissova, den früheren "Dancing Star"-Juror Harald Serafin, "Große Chance"-Diabolist Valerian Kapeller sowie eine Reihe weiterer Promi-Künstler. Beim ORF soll Fechter, dem beste Verbindungen zu ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm nachgesagt werden, in der Vergangenheit auch entsprechende Besetzungswünsche geäußert haben.

Mit dem öffentlich-rechtlichen Sender gab und gibt es zahlreiche geschäftliche Verbindungen. "Seit 40 Jahren produzieren wir im Auftrag verschiedener Sender wie ORF, 3sat, ZDF, ARD, Tele 5 und internationalen Sendern, TV- und Showproduktionen verschiedenster Art", heißt es etwa auf der Homepage von Fechter Management. "Ein neuerlicher Fall von Unvereinbarkeit", kritisierte ORF-Redakteursratsvorsitzender Dieter Bornemann im "Kurier" die Bestellung Fechters.

Fechter will Posten an Frau abgeben

Die Regierung habe vor zwei Jahren eine Reform der ORF-Gremien versprochen, letztlich aber keines ihrer Versprechen umgesetzt. "Das Einzige, was passiert ist, ist dass die Regierung die Zahl der unabhängigen Stiftungsräte von bisher vier auf drei reduziert hat", so Bornemann. Fechter selbst will Unvereinbarkeiten in seiner Funktion als ORF-Stiftungsrat vermeiden und künftig nicht mehr selbst mit dem Sender verhandeln, wie er gegenüber "Kurier" und "Standard" erklärte.

Die Geschäftsführung der Fechter Management werde er demnach an seine Frau abgeben. Ein ÖVP-Parteibuch habe er nicht, er sei aber von der ÖVP-Parteizentrale und vom dortigen ÖVP-Generalsekretär kontaktiert worden, so Fechter im "Kurier" weiter. "Herr Blümel hat mich vorgeschlagen."

Rechtsabteilung prüfte Fall

Geschäfte von ORF-Stiftungsräten mit dem ORF müssen laut Corporate Governance-Kodex des Unternehmens ab einer Höhe von 5.000 Euro jährlich vom obersten Aufsichtsgremium des Senders genehmigt werden. Laut Fechter habe die ORF-Rechtsabteilung die Geschäftsverbindungen zwischen Fechter und ORF geprüft. Diese entsprächen demnach Gesetz und Governance, so der Neo-Stiftungsrat gegenüber dem "Standard".

Für Diskussionsstoff sorgen aber auch ORF-Aktivitäten anderer Stiftungsräte. Der dem SPÖ-"Freundeskreis" angehörende Mediziner Siegfried Meryn tritt etwa immer wieder im ORF-Fernsehen auf, die neu auf einem roten Regierungssitz ins Gremium bestellte MedUni Wien-Vizerektorin Karin Gutierrez-Lobos moderiert regelmäßig den Radiodoktor auf Ö1. Gutierrez-Lobos Honorar liege laut ORF aber unter 5.000 Euro im Jahr, ihr Einsatz sei deshalb laut ORF-Management kein Problem und bedürfe keiner Genehmigung, berichtet der "Standard".

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen: