Wega und Cobra bei G20

11. Juli 2017 11:35; Akt: 11.07.2017 16:29 Print

"Sie warfen Betonplatten auf unsere Polizisten"

Am Dienstag zog die österreichische Polizei, die mit Wega und Cobra beim G20-Protest im Einsatz war, erschreckende Bilanz.

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Von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen" und "linksextremistischen Terror" sprachen WEGA-Chef Oberst Ernst Albrecht und Innenminister Wolfgang Sobotka in Bezug auf den Einsatz der österreichischen Polizei bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg. Im Einsatz waren 215 heimische Polizisten, davon 20 Cobra- und 74 Wega-Spezialbeamte. Fünf Polizisten, allesamt Wega-Beamte, wurden bei dem Einsatz verletzt.

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Bereits am Donnerstag vor dem G20-Gipfel begannen demnach die Ausschreitungen, indem die Aktivisten in den Straßen Feuer gelegt hatten. "Der schlimmste Tag" sei laut Albrecht der Freitag gewesen. Die Polizisten wurden mit Stahlkugeln beschossen und auf den Dächern waren Betonplatten platziert worden, um sie auf Polizisten zu werfen. Nur mit Wasserwerfern habe man einigermaßen eingreifen können.

Nachschub für Steinewerfer

Schockiert zeigt sich die Polizei aber nicht nur über die Gewaltbereitschaft, sondern auch über die "Sensationsgier" der Umstehenden, Straßen und Dächer hätten geräumt werden müssen, da die Polizeiarbeit behindert wurde. Pflastersteine seien gezielt auf Köpfe von Polizisten geschmissen worden, zudem hätten Aktivisten regelrechte Nachschubketten eingerichtet. Während an vorderster Front die Demonstranten mit Steinen warfen, waren viele hinter ihnen dafür "zuständig", ständigen Steinenachschub bereitzulegen.

Die Cobra selbst war für die Ankunft und Abreise von US-Präsident Donald Trump im Einsatz. Auch aus ihrem Kreis kommen Schreckensmeldungen: Die Cobra-Gruppe sei mit Molotovcocktails und Eisenstangen beworfen worden, hätte unter Eisengerüsten Schutz suchen müssen. Erst als sich Aktivisten zurückzogen, habe man die Hausdächer am Hamburger "Schulterblatt" kontrollieren können.

Durch die Angriffe sei auch die Funkverbindung der Polizei zeitweise zusammengebrochen, man habe sich Informationen zuschreien müssen. Stahlkugeln hätten Funkgeräte zerstört und sogar Schutzwesten durchdrungen sowie Kommandofahrzeuge der Polizei durchschlagen.

"Datenbank der Linksextremisten"

Sobotka ortete gar einen "neuen Trend", dass Demonstrationen immer gewalttätiger ausfallen würden. Er pochte in diesem Zusammenhang darauf, dass Polizisten eine kompetentere Ausbildung in diesem Bereich bekommen sollten, der Mannschaftsstand ausgebaut werden müsse und eine "Datenbank der Linksextremisten" in Europa formuliert gehöre.

Strafen bei Gewalt gegen Polizisten sollen von sechs Monate auf zwei Jahre Haft erhöht werden, so Sobotka: "Widerstand gegen die Staatsgewalt ist ein Verbrechen und kein Kavaliersdelikt." Während in Deutschland Kritik am Verhalten der Polizei laut wird, sagt Sobotka: "Dass die Polizei für Gewalt verantwortlich gemacht wird, macht mich fassungslos. Solche Aussagen lehne ich strikt ab."

Verschärfung des Versammlungsgesetzes

Abschließend forderte Sobotka eine "Adaptierung und Anpassung" des Versammlungsrechts und kündigte für Donnerstag einen Initiativantrag im Nationalrat an. So sollen Versammlungsanzeigen in Zukunft inhaltlich detailliertere Vorgaben enthalten und Aufschluss über Thema, Leiter, Ort, Beginn und Dauer sowie Art und Weise der Veranstaltung geben. Weiters soll der Leiter der Versammlung für Fehlverhalten rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alexander Gutmann am 11.07.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    G20

    echt erschreckend was man da lesen muss. Warum sollen so h das Polizisten gefallen lassen müssen?

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  • Censorship am 11.07.2017 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück in die 30'er

    Soviel dazu, sowas haben bislang weder die rechten, noch die religiösen Extremisten sich geleistet, es gibt offenbar doch Unterschiede zwischen den drei Extremisten... Offenbar sind die linken Extremisten geistig zurück in den 20'er, 30'er Jahren und da sind sie wieder die Gemeinsamkeiten, alle drei leben in der Vergangenheit. Aber ich bin mir sicher, dass sich einzelene User finden, die uns mit martialischen Beleidigungen erklären können, warum diese Anarchisten im Recht sein sollen.

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  • Sissy am 11.07.2017 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wega undCobra

    Netz darüber und Verhaften .

Die neusten Leser-Kommentare

  • herst horst am 17.07.2017 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    @otto

    ich sag ja schon immer daß sich die meisten rechen recken nach der ddr sehnen. überwachung (smartphones) für die uns die ddr beneiden würde, keine meinungsfreiheit, kein modernes recht, korrupte oligarchen... du willst österreich, obwohl für europäische verhältnisse extrem rückständig, ernsthaft mit rußland und china vergleichen? diese schurkenstaaten haben noch nicht einmal menschenrechte. achja, die lehnen die rechten inzwischen ja auch ab wie man an der tierschutzdiskussion erkennt.

  • herst horst am 13.07.2017 23:47 Report Diesen Beitrag melden

    fußballfans brauchen für soetwas

    noch nicht einmal einen anlaß. da regt sich kein rechter auf.

  • Versaute Gesellschaft am 12.07.2017 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend dumm...

    Punkt 1: Österreich ist beim G20-Gipfel nicht dabei ergo brauchen auch keine Österreichischen Polizisten dort Dienst machen Punkt 2: Wenn jemand das Leben eines in Einsatz befindlichen Polizisten gefährdet sollte sich dieser mit scharfer Munition verteidigen dürfen, auch auf die Gefahr hin, dass der Angreifer getötet wird

    • Censorship am 13.07.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      So hart würde ich nicht über sie urteile

      1) Offenbar wurde es völlig verabsäumt ihnen zu vermitteln, dass man Freunden hilft. Dies gilt auch für Staaten.. 2) Offenbar sind sie nicht in der Lage zu erkennen, was Waffenfeuer in solch einer Situation anrichten würde.. Logischer wäre gewesen, dem asozialen schwarzen Block die Anreise genrell zu verwehren..

    • herst horst am 17.07.2017 20:51 Report Diesen Beitrag melden

      du willst daß die polizei auf

      demonstranten schießt? wie am platz des himmlischen friedens? dann geh doch nach china oder nordkorea, du wirst begeistert sein. ihr rechten fordert inzwischen einen rückschritt ins frühe 20.jahrhundert, eure vision ist ein totalitärer staat wie china, nordkorea, der ehemalige ostblock... genau so schätzte ich euch auch schon immer ein, leider hab ich recht behalten.

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  • gustav1960 am 12.07.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    immer das gleiche

    ich unterstütze linke genauso wenig wie euch nazis. aber das war doch genau da richtige für unsere österreichische polizei. konnten die sich mal richtig austoben. sonst bekommt es immer der kleine unschuldige bürger in österreich ab. und das es so ausartet, war von anfang an von der polizei dort provoziert. gerichtliche zugelassen camps wurden brutal geräumt. desweiteren kann man stark davon ausgehen, dass bei den linksterrorristen von der polizei angeheuerte kräfte dabei waren. damit versucht man dann, überwachungspakete an die bevölkerung zu verkaufen

  • MElisabeth1964 am 12.07.2017 06:16 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Österr. Polizei nach Deutschland..

    Keine Österr. Polizei mehr nach Deutschland, dass war sowieso eine Schnaps Idee sie zu entsenden, wir haben im eigenen Land genug Kriminelle, außerdem hat Deutschland selbst genug Polizei und wenn nicht, dann sollen sie aufstocken! Was geht Deutschland Österr. an im Grunde nix!

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