Abschiebe-Drama um den 26-jährigen Aref Sarwari: Gestern, Samstag, wurde der Afghane in sein Heimatland abgeschoben. Seine Unterstützer, die bis zuletzt um einen Verbleib des sehr gut integrierten Flüchtlings gekämpft hatten ("Heute" berichtete mehrmals), sind fassungslos.
"Unser Freund Aref wurde vor wenigen Minuten abgeschoben! Man hat uns selbst dabei noch betrogen und belogen. Von einem österreichischen Gericht, einer österreichischen Richterin vor Dutzenden Zeugen protokolliert und bis gestern kommuniziert war der 3.2.2018. Gegen die Abschiebung laufen auch noch Einsprüche. Und das Ganze an einem Tag, an dem vor wenigen Stunden Dutzende Menschen in Kabul bei einem Anschlag getötet und Hunderte verletzt wurden", lässt Helga Longin vom Verein "Unser Bruck hilft" ihren Frust auf Facebook freien Lauf.
Die Unterstützerin hatte noch kurz mit Aref telefonieren können, als er bereits im Flugzeug saß: "Ich weiß nicht, ob es ein Abschied für immer war."
Auch am Sonntag ist bei ihr die Bestürzung bei Helga Longin noch groß: "Liebe Leute, die ihr bis jetzt an den Rechtsstaat geglaubt habt, vergesst es. (...) Ich bin nach wie vor fassungslos und so traurig wie noch selten in meinem Leben."
Der 26-jährige Christ und frühere Polizist in Afghanistan war nach seiner Flucht in Bruck sehr gut integriert, eine Online-Petition für den Verbleib zählte zuletzt bereits über 6.500 Unterschriften. (wes)