Österreich

Trotz Protest: Aref (26) kurz vor der Abschiebung

Heute Redaktion
13.09.2021, 21:51

Obwohl bestens integriert, nicht straffällig und er mittlerweile Deutsch auf Maturaniveau beherrscht, steht Aref Sarwari (26) kurz vor der Abschiebung.

Nach achtstündiger Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht flossen Tränen bei den Unterstützer von Aref Sarwari (26), darunter Kicker-Kollegen, Rotes Kreuz und der Initiative "Unser Bruck hilft".

Die Richterin entschied, dass die Schubhaft („Heute" berichtete) für den Afghanen rechtmäßig sei, da eine Fluchtgefahr vorliegen soll. Am 3. Februar soll er abgeschoben werden.

Dass die Unterstützung immens ist, zeigte die Verhandlung – mit dabei waren auch sein Vermieter, seine potentielle Arbeitgeberin, eine Delegation des Roten Kreuzes: Alle lobten ihn in den höchsten Tönen, doch vergebens.

Der 26-jährige Christ und frühere Polizist in Afghanistan war in Bruck sehr gut integriert, eine Online-Petition für den Verbleib zählt bereits über 6.500 Unterschriften.

Schubhaft trotz offener Rechtsmittelfrist?

Die Rechtsanwaltskanzlei Seiler & Schön nahm sich dem Fall an, kämpft für Aref mit allen Mitteln: "Im Ergebnis bedeutet dies, dass der Termin zur Abschiebung mit 3.2.2018 fixiert wurde. Sollte bis zu diesem Zeitpunkt unsere Revision vom VwGH noch nicht behandelt worden sein, wird die Abschiebung planmäßig erfolgen. Sollte unserem Antrag auf aufschiebende Wirkung bis dahin Folge gegeben werden, wird die Abschiebung vorläufig gestoppt."

Helga Longin von der Initiative "Unser Bruck hilft", ebenfalls bei der Verhandlung dabei, ist über die Entscheidung der Richterin fassungslos: "Es ist perfide, ohne Papiere und die, die untertauchen, haben zumindest eine geringe Chance, nicht in ein Kriegsland abgeschoben zu werden. Und die, die alles richtig machen, liefern den Behörden die Grundlagen für ihre Abschiebung. Das kann es doch nicht sein. Unsere Landeshauptfrau wirbt vor der Wahl 'Für unser Niederösterreich als Land der Fleißigen und als Land des Miteinanders'. Wenn sie ihre Wahlbriefe ernst nimmt, dann soll sie sich bitte für den Verbleib von Aref bei uns einsetzen."

Die ebenfalls gut integrierte Familie Tikaev („Heute" berichtete mehrmals) wurde bereits gestern abgeschoben. (wes)

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