Rot-Weiß-Rot Karte

12. September 2018 13:28; Akt: 12.09.2018 15:01 Print

Reform soll qualifizierte Zuwanderung erleichtern

Die Regierung will die Zuwanderung über die Rot-Weiß-Rot Karte künftig erleichtern, außerdem soll die Mangelberufsliste regionalisiert werden.

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Die türkis-blaue Bundesregierung hat nach dem Ministerrat am Mittwoch ein Arbeitsmarktpaket angekündigt, mit dem man den Forderungen der Wirtschaft ("Heute" berichtete) nachkommen möchte. Wirtschaftsministerin Margerete Schramböck (VP) präsentierte dazu am Mittwoch die Eckpunkte des zurzeit noch in Planung befindlichen Pakets.

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Erleichterte Zuwanderung in Mangelberufen

Eine der Hauptforderungen der Wirtschaft war die Forderung nach mehr "qualifizierter Zuwanderung" im Bereich der Mangelberufe gewesen. Diese Liste legt derzeit für ganz Österreich fest, für welche Jobs überhaupt ausländische Fachkräfte ins Land geholt werden dürfen. Das Problem aus Sicht der Wirtschaft: Derzeit gilt die Liste nur, wenn in ganz Österreich im jeweiligen Bereich ein eklatanter Fachkräftemangel herrscht.

Wirtschaftsvertreter forderten deshalb bereits seit längerem eine "Regionalisierung" der Mangelberufsliste, denn momentan könne man beispielsweise dem Mangel an Köchen und Köchinnen in Tirol nicht durch ausländische Arbeitskräfte entgegnen, weil es in Wien zuviele arbeitslose Personen in diesem Berufsfeld geben würde. Dieses Beispiel wurde auch von Ministerin Schramböck aufgegriffen, welche diese Regionalsierung jetzt zügig umsetzen möchte. Details rund um die konkreten Umsetzungsmaßnahmen nannte blieb Schramböck am Mittwoch allerdings noch schuldig.

Asylberechtigte sollen in Lehre gebracht werden

Eine Reform der Rot-Weiß-Rot Karte kündigte die Ministerin ebenfalls an. Bis zum Jahresende will die Regierung dieses Rechtsmittel "entbürokratisieren" um so die Zuwanderung über diesen Weg zu erleichtern.

Außerdem reagierte die Regierung mit ihren Ankündigungen zumindest teilweise auf die Forderungen der Wirtschaft Asylberechtigte in Lehrausbildungen zuzulassen. Das Innenministerium will zwar auch weiterhin verhindern ("Heute" berichtete), dass Personen deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen oder negativ beurteilt wurde eine Lehre beginnen dürfen. Sollte aber ein positiver Bescheid vorliegen dann spreche auch nichts mehr gegen eine Lehre. Innenminister Kickl (FPÖ) sieht damit seiner Forderung nach einer scharfen Trennung von Asyl und Migration nachgekommen.

Vizekanzler Strache lobte Arbeitsmarktpaket

Wenig überraschend musste Vizekanzler Strache (FPÖ) das Paket nach der Präsentation gegenüber Nachfragen von Journalisten verteidigen. Das ausgerechnet die äußerst migrationskritische freiheitliche Partei mit diesem Paket eine erleichterte Zuwanderung von billigen ausländischen Arbeitskräften erleichtern würde, wollte Strache allerdings so nicht gelten lassen. Es gehe laut dem Vizekanzler ohnehin nur um jene Bereiche des Arbeitsmarktes, in denen ohnehin schon regionaler Mangel an Arbeitskräften bestehe. Jene Migranten die ihren Job verlieren würden, müssten laut Strache auch umgehend wieder das Land verlassen.

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heiko am 12.09.2018 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Staat und Ausbildung

    Die Betriebe (Wirtschaft) hat doch selber Schuld. Würden sie selber genügend ausbilden und normal bezahlen, gäbe es kein Fachkräftemangel. So verlässt er sich auf die privaten vom Staat geförderten Ausbildungzentren. Diese Leute will aber wieder keiner, weil die keine Berufserfahrung haben. Studieren macht auchnoch arm und die Aussichten sind schlecht. Zusammengenommen: nichts funktioniert mehr seit der Staat mitmischt.

  • Miz am 12.09.2018 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle sollen arbeiten gehen!

    Jene Migranten die ihren Job verlieren würden, müssten laut Strache auch umgehend wieder das Land verlassen.

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  • Heimat am 12.09.2018 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Zuwanderung mehr

    Die sollen die Berufe mal attraktiver machen. Komme aus einem sogenannten Mangelberuf wir haben bis zum Anschlag gearbeitet. Die Abteilung war stetig unterbesetzt, Überstunden täglich, wir mussten auch gleich den Arbeitsvertrag mit 40 Std. unterschreiben. Bezahlung nach Kollektivvertrag.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Lorenz B. am 13.09.2018 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    V(F)erräter Partei Österreich

    Ich trete heute aus der Partei aus.

    • Adi am 13.09.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Rückgrat

      Die komplette Führung der FPÖ gehört entlassen.

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  • Ehklar am 12.09.2018 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Es wird schwierig, alle zugewanderten Atomphysiker und Raketentechniker am heimischen Arbeitsmarkt unterzubringen! Wir haben keine Raketen und keine Kernkraftwerke und wollen das auch nicht. Aber im Ernst: "die Wirtschaft" jammert, die Jungen sind zu schlecht ausgebildet. Die Migranten können kaum Deutsch, worin sind sie überhaupt besser ausgebildet?

  • Christian am 12.09.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zuwanderung

    Was ist eine qualifizierte Zuwanderung ? Bei mir in ein anderes europäisches Land war es : Die Sprache zu 95 % vorher perfekt zu sprechen, eine nachweislich sehr gute Ausbildung in einem Mangelberuf zu haben, einen Arbeitsvertrag zu haben, ein einwandfreies Leumundszeugnis und die finanzielle Ausstattung mich und meine Familie für 6 Monate selbst zu erhalten zu können falls ich innerhalb des ersten Jahres Arbeitslos werden würde.

    • Habich am 13.09.2018 14:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Christian

      Dir ist anscheinend nicht bewusst, dass auch ein Großteil der Österreicher nicht in der lage ist, sich und die Familie 6 Monate lang weiterzuversorgen. Wie sollen das dann Zuwanderer schaffen, wenn sie arbeitslos werden?

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  • Michael am 12.09.2018 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hern

    Es stimmt nicht ganz Mangel von Fachkräfte,Betrieben mit Unterstützung von Politik vollen Fachkräfte mit Hilfsarbeiter ausgleichen

    • Die wollen vor Allem am 14.09.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      keine Löhne zahlen

      Am liebsten wäre denen ein totalitäres System mit Zwangsarbeit wie in China, wo der Mensch nichts wert ist.

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  • Heimat am 12.09.2018 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Zuwanderung mehr

    Die sollen die Berufe mal attraktiver machen. Komme aus einem sogenannten Mangelberuf wir haben bis zum Anschlag gearbeitet. Die Abteilung war stetig unterbesetzt, Überstunden täglich, wir mussten auch gleich den Arbeitsvertrag mit 40 Std. unterschreiben. Bezahlung nach Kollektivvertrag.

    • Die Rechten stehen am 14.09.2018 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      für Arbeitnehmerfeindliche Politik

      verstehen Sie? Sie müssen links wähler um zu Ihrem Recht als Werktätiger zu kommen. Weil die Werktätigen Österreicher Rechts wählen haben wir die niedrigsten Löhne weit und breit, vor allem für ein Land mit derart hohen Preisen, extremen Kosten in der Lebenserhaltung (für jene die nicht am Land wohnen). Weil rechte Politik gewählt wird haben wie Hungerlöhne die in keinem Verhältnis zur enormen Produktivität und zur Wirtschaftsleistung unseres Landes stehen.

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