Verdächtiger in Haft

08. März 2018 07:59; Akt: 08.03.2018 12:59 Print

Messerattacke: Drei Opfer am Weg der Besserung

Nach der blutigen Messerattacke am Mittwochabend in Leopoldstadt sind alle vier Opfer im Spital, drei von ihnen am Weg der Besserung.

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Auf der Praterstraße hat am Mittwoch (7. März) ein vorerst Unbekannter eine dreiköpfige Familie nieder und flüchtete anschließend. Die Bluttat ereignete sich an einem Abgang zur U-Bahnstation Nestroyplatz. Eines der Opfer, ein 17 Jahre altes Mädchen, konnte sich schwer verletzt in ein nahes Asia-Restaurant retten. Sie und ihre Eltern (Vater 67, Mutter 56 Jahre alt) wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei sowie die Spezialeinheit WEGA suchten nach dem flüchtigen Mann. Eine knappe halbe Stunde später wurde ein 20-Jähriger auf dem nahen Praterstern ebenfalls mit einem Messer attackiert. Kurz darauf konnte ein 23-jähriger Afghane als Tatverdächtiger festgenommen werden. Lange Zeit war unklar, ob es sich bei dem Verdächtigen auch um den Täter aus der Praterstraße handelt. Der junge Mann wurde am Donnerstag einvernommen und zeigte sich gegenüber der Polizei geständig beide Taten begangen zu haben. Er selbst gab an, dass er in einer schlechten, aggressiven Stimmung war, auf seine gesamte Lebenssituation wütend war. Deshalb habe die Familie angegriffen. Am Praterstern habe er schließlich einen Bekannten, den 20-Jährigen, angegriffen, weil er diesen für seine vergangene Drogensucht verantwortlich macht. Berichte, wonach die Tat politisch motiviert gewesen sein soll, wurden durch die Aussage des Verdächtigen widerlegt. Die Nachfrage, ob die Tat auch politisch motiviert war, habe der 23-Jährige eindeutig verneint, so die Polizei am Donnerstag. In der Nacht auf Donnerstag konnten drei der vier Opfer von den Ärzten stabilisiert werden: Die beiden Frauen (56 und 17), sowie ... ... der verletzte Mann am Praterstern (20) befinden sich nicht mehr in Lebensgefahr. Der Gesundheitszustand des Mannes (67) ist nach wie vor kritisch.

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Gegen 19.45 Uhr am Mittwochabend wurde eine dreiköpfige Familie – Vater 67, Mutter 56 und Tochter 17 Jahre alt – auf der Praterstraße Höhe Nestroyplatz vor einem japanischen Restaurant von einem Täter offenbar wahllos mit einem Klappmesser niedergestochen. Dabei soll es sich um eine Arztfamilie aus Niederösterreich handeln, der Vater seine Zahnarztpraxis auf der Praterstraße haben.

Die drei schwerverletzten Opfer wurden nach der Erstversorgung ins Spital gebracht. Der 67-jährige Mann musste am Tatort wiederbelebt werden. Den beiden weiblichen Opfern ging es am Donnerstag schon besser, zuvor hieß es, sie schwebten in Lebensgefahr. Über den Zustand des 67-Jährigen war am Donnerstagvormittag vorerst noch nichts bekannt.

So berichtet die Welt über die Messerattacke in Wien:
Messerattacke in Wien: Die Schlagzeilen der Welt

Der Täter flüchtete anschließend in Richtung Praterstern. Dort kam es wenig später gegen 20.15 Uhr zu einer weiteren Messerstecherei – offenbar zwischen zwei jungen Männern. Ein 20-Jähriger wurde von einem Afghanen attackiert und dabei lebensgefährlich verletzt. Auch ihm ging es zum Glück am Donnerstag besser, er befand sich nicht mehr in Lebensgefahr, wie "Heute"-Redakteur Clemens Oistric aus Polizeikreisen erfuhr.

Am späten Abend teilte die Wiener Polizei mit, dass der 23-jährige Afghane in Haft ist.

Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen, mit Spürhunden werden Tatort und Fluchtweg untersucht. Ob der Beschuldigte auch für die Tat am Nestroyplatz verantwortlich ist, wird derzeit überprüft. "Nähere Hintergründe, auch zum Motiv, sind derzeit noch völlig unklar", informiert Polizeisprecher Patrick Maierhofer.

Zeugin berichtet vom Tatort

Die 23-jährige Wienerin Aida D. war am Mittwochabend im zweiten Bezirk mit Freunden unterwegs, als Einsatzfahrzeuge vorbeirauschten: "Wir sind die Praterstraße rauf Richtung Nestroyplatz. Da kamen plötzlich vier bis fünf Polizeiautos an uns vorbeigerast. Sie haben sich vor einem Lokal eingebremst, und Polizisten sprangen heraus, rannten in Seitengassen."

Kurz später erfasste die junge Frau die schreckliche Situation: "Uns lief ein Mann entgegen, der schrie, dass es ein Terroranschlag war, und da kamen auch die Rettung und Notärzte. Im selben Moment sah ich eine Frau auf der Straße liegen. Sie rührte sich nicht. Die Ärzte sind hingestürzt und haben begonnen, sie zu behandeln. Im Eingang des Lokals kauerte eine weitere Frau, ich glaube, sie hatte einen furchtbaren Schock", so Aida D. zu "Heute".

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • beere am 08.03.2018 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetzesvorschlag

    Wer bei einer Kontrolle mit Messer angetroffen wird dem sind alle finanziellen Leistungen zu streichen und Anspruch auf Asyl ist verwirkt. Falls sich Abschiebung verzögert dann Haft. Kostet sicher wieder Geld aber ich finanziere lieber einen Haftaufenthalt als die derzeitige Situation.

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  • D.N. am 08.03.2018 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Was passiert?

    Täglich liest man von Afghanen + Messerstechereien! Wann ändert sich endlich etwas? Hr. Kickl reagieren Sie! Man ist ja seines Lebens nicht mehr sicher!

  • Calimero am 08.03.2018 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raub

    In Salzburg-Parsch ist Mittwochabend eine Frau bei einem bewaffneten Raubüberfall schwer verletzt worden. Ein Unbekannter rammte der Salzburgerin ein Messer in den Bauch und flüchtete mit ihrer Handtasche. Die 34-Jährige war in der Nähe eines Spielplatzes im Stadtteil Parsch unterwegs. Ein Mann rempelte sie an, dann stach er ihr mit einem gut 20 Zentimeter langen Messer in den Bauch. Der Räuber schnappte sich die Handtasche der Frau und flüchtete.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Calimero am 08.03.2018 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Epidemie

    In Alt-Hohenschönhausen ist am Mittwochabend eine 14-Jährige erstochen worden. Nach Angaben eines Ermittlers fand die Mutter das Mädchen gegen 17.30 Uhr mit mehreren Stichwunden in einer Wohnung an der Plauener Straße. Rettungssanitäter versuchten mehr als eine Stunde lang vergeblich, das Leben der Tochter zu retten. Um 19.20 Uhr alarmierten die Feuerwehrleute die Seelsorger, weil die Mutter zusammengebrochen ist.

  • Ich am 08.03.2018 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke 

    für diese tolle Bereicherung

  • Angel66 am 08.03.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Krimi geht die Mimmi nie ins Bett..

    Als aller erstes ist zu klären ob der Mordanschlag auf die Familie wirklich nur zufällig diese Menschen getroffen hat, oder ob es ein gezielter Anschlag auf die Familie war...und wenn gezielt, warum?..dem durch diverse Krimis und Thriller aufgeklärten Österreicher fallen da so manche Ideen ein..! Früher gab es Krimi im Fernsehen nur jeden Mittwoch 1x.... Heute täglich mehrmals im Fernsehen und in Echtzeit...es ist schon fast ein Wettbewerb...öfter live oder im TV!!? Unsere Steuern, die WIR erarbeiten, werden bald ausschliesslich für den Bau von Haftanstalten und Sicherheitswachebeamte aufgehen

    • Silvia K. am 08.03.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist völlig egal, ob zufällig diese

      Familie ausgewählt wurde, oder nicht. Sie sind die Opfer! Und die Täter, sollte es wirklich ein "Schutzsuchender" sein, ist die Strafe im Heimatland abzusitzen, mit lebenslangem Einreiseverbot. So etwas hat jedes Menschenrecht verloren.

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  • Wien am 08.03.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Es ist soweit gekommen das ich mich schäme ein Österreicher zu sein! Ich lese hier wie sich jeder aufregt und Gesetzes Vorschläge macht.was bringt das dieser österreichischen Familie ?? Diese Familie ist unschuldig für die Zustände was in Wien herrschen und der Vater muss es vielleicht mit seinem Leben bezahlen! Was hat uns blau wählen gebracht?? Wir müssen endlich zusammenhalten und selber anfangen zum aufräumen bevor unsere Kinder die nächsten sind!

    • Dominik am 08.03.2018 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist schwer

      @ Herr! Wie willst du das tun? Dich selbst bewaffnen? Da macht man sich nur selbst straffällig. Verhindern kann man so etwas leider nie. Möglich mehr Polizei aber ob das hilft kann ich auch nicht sagen. Härtere Strafen schrecken eventuell ab, aber wer so etwas macht hat meistens nichts mehr zu verlieren. Mir fällt nichts ein wie man so etwas eindämmen kann.

    • Penelope am 09.03.2018 03:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Dominik

      Nach Personen die offiziell eigentlich gar nicht hier sind wird auch nicht gesucht wenn sie wirklich nicht mehr hier sind ;)

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  • Alexander am 08.03.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das kein Terror?

    Warum wird hier nicht von einem Terroranschlag gesprochen?