Wetter

Rekordhitze: Spanier müssen an LKWs Wasser zapfen

Bereits im April klettern die Temperaturen in Spanien auf bis zu 40 Grad. Erste Dörfer müssen deswegen mit Wasser versorgt werden.

Leo Stempfl
Die Kanister sollten für einige Tage reichen.
Die Kanister sollten für einige Tage reichen.
extremwetter.tv / Marco Kaschuba

AM heutigen Donnerstag könnte es so weit sein: Die Thermometer im Süden Spanien drohen, bereits im April die 40-Grad-Marke zu knacken. Besonders in der Region Córdoba schlagen die Behörden seit Tagen Alarm. "In den kommenden Tagen werden für den Sommer typische, in der Region außergewöhnlich hohe Werte erreicht", warnt die Agencia Estatal de Meteorología (AEMET), Spaniens staatlicher Wetterdienst.

Extreme Hitzewelle in Spanien – Behörden schlagen Alarm >>

Lokal könne es sogar zu Tropennächten kommen. Auch in Madrid und Saragossa werden 34 Grad erwartet, die Hitze-Rekorde aus 1945 und 2011 mit 31,7 bzw. 32,4 Grad sind damit deutlich übertroffen. Regen ist laut den Meteorologen nicht in Sicht.

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    Wo einst Seen waren, ist nun keine Spur mehr von Flüssigkeit.
    Wo einst Seen waren, ist nun keine Spur mehr von Flüssigkeit.
    extremwetter.tv / Marco Kaschuba

    Speicherseen ausgetrocknet

    Die dadurch entstehende extreme Dürre hat in ersten Gebieten bereits eine Trinkwassernot hervorgerufen. Erste Bergdörfer in Andalusien, nördlich von Córdoba, müssen bereits jetzt täglich per Lastwagen mit Trinkwasser versorgt werden. Die Qualität des Leitungswasser ist einfach zu schlecht. Umliegende Flüsse und Speicherseen sind weitgehend ausgetrocknet.

    So müssen die Anwohner mitten in der Rekordhitze Schlange stehen, um ihre Wasserkanister und Plastikflaschen aus dem Tank des 25.000 Liter fassenden Schwertransporters zu zapfen. Bereits am Mittwoch wurde in El Granado in der Provinz Huelva mit 37,4 Grad der alte spanische Aprilrekord (Murcia, 2011) egalisiert.

    Am Donnerstag und Freitag wird aus der West-Sahara noch heißere Luft in Richtung Südspanien gepumpt. Somit steigt das Quecksilber in den nächsten Tagen auf neue Rekordwerte an. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sogar die 40-Gradmarke fallen könnte.

    Furcht vor Sommer

    Das Team von "Extremwetter.tv" hat den Trinkwasserlieferanten Rafael Llergo Rubio einen Tag lang begleitet. Er muss auch de Bars und Restaurants versorgen, damit diese Wasser für Kaffee, Tee und zum Kochen haben. Eine neue Wasser-Pipeline für die Region sei in Planung, doch die würde frühestens 2028 fertig werden. Zu spät für die aktuelle Wasserkrise.

    Und der heiße und trockene Sommer beginnt erst noch. Experten vermuten eine Jahrhundert-Dürre, wenn kein Wunder geschieht. Tausende Existenzen sind allein in der Landwirtschaft betroffen. 

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