"Ernähren und nicht einfach nur essen"

Sich gesund ernähren ist auch im Job kein Problem. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier! Heute.at sprach mit Food-Consultant Reinhard-Karl Üblacker. Tipps und Tricks, wie Sie durch richtige Ernährung im Büro eine Top-Leistung erzielen können.

Sich gesund ernähren ist auch im Job kein Problem. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier! Heute.at sprach mit Food-Consultant Reinhard-Karl Üblacker. Tipps und Tricks, wie Sie durch richtige Ernährung im Büro eine Top-Leistung erzielen können.

Heute.at: "Gesunde Ernährung im Job ist wichtig, damit den ganzen Arbeitstag lang der Energiehaushalt stimmt. Drehen wir das Ganze einmal um: Wie sehen Ihrer Meinung nach die häufigsten Ernährungsfehler im Büro aus?"

Reinhard-Karl Üblacker: "Viele gehen ohne Frühstück zur Arbeit. Sie machen entweder keine Pausen oder essen überhaupt nichts. Wenn etwas gegessen wird, dann zu süß, zu fett und in zu großen Portionen. Oder sie laufen in der Mittagspause irgendwo hin, um sich schnell was zu holen.  Außerdem wird der Wasserhaushalt zu niedrig gehalten. Es wird wenig überlegt, was auf den Tisch kommt - der Hunger zieht dann alles runter."

Heute.at: "Welche einfachen Veränderungen empfehlen Sie?"

Üblacker: "Es fehlt den Leuten definitiv der Plan. Man muss sich mehr Gedanken machen, wie man seine Mahlzeiten den Arbeitstag über gestalten kann. Auch Ernährung hat ein Konzept. Wir leben in einer Zeit, wo die Arbeit das Ernährungsverhalten bestimmt – daher öfter essen, aber kleine bewusste Snacks ohne viel Zeitaufwand. Entscheidend ist der Inhalt und nicht die Verpackung."

Heute.at: "Mit welchen Vorbereitungen kann man sich den Arbeitstag versüßen?"

Üblacker: "Indem ein Mahlzeitenplan für eine Woche erstellt wird. Das Frühstück kann schon am Vorabend organisiert werden. Haferflocken, Nüsse, Rosinen, etc. werden hergerichtet, um am Morgen das Müsli mit Milch, Joghurt und frischen Früchten zu vollenden. Auch Snacks können wunderbar vorbereitet werden. Vorratsschrank bzw. Tiefkühlschrank im Büro einrichten und Produkte die sich lang halten, zwischenlagern - Tiefkühlgemüse, Fisch, Knäckebrot. Ich empfehle in Food-Kontingenten zu denken: Dabei wird eine Tagesration an Lebensmittel vorbereitet, um daraus unkompliziert Snacks zusammenstellen zu können. So wie es in meinem Buch „Office Snack“ auch gezeigt wird."

Heute.at: "'Quick wins' lautet Ihr Motto. Wird der Faktor Zeit nicht auch oft als Ausrede benutzt, warum der Griff zum Fast Food so verlockend ist?"

Üblacker: "Absolut! Die Leute müssen verstehen lernen, warum wir überhaupt essen. In meinen Seminaren ist das ein ganz wichtiger und entscheidender Punkt der Bewusstseinsbildung. Wenn ich den Hintergrund verstehe, dann wird sich auch schnell der Bezug zur gesunden Ernährung positiv verändern. Wir müssen wissen, dass Lebensmittel unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesundheit aufrechterhalten und dass wir uns davon ERNÄHREN – das ist entscheidend zu verstehen. Ich lehre den Menschen, dass Motivessen - so wie es bei unkontrollierter Mahlzeitenaufnahme passiert oder bei hohem Konsum an Fast Food - der Weg in die Falle ist. Körperliche und geistige Disbalance sind meist die Folge. ERNÄHREN ist das Schlagwort und nicht einfach nur was ESSEN – das sind zwei grundlegende Unterschiede."

Heute.at: "Wie sehen die Eckpfeiler Ihres 'nachhaltigen Food-Masterplans' aus?"

Üblacker: "Keep it short and simple: Ausgesuchte frische Lebensmittel, bei warmen Mahlzeiten schonend gegart und in guten Kombinationen zusammengestellt. Kleine Mahlzeiten, dafür aber öfter essen und 1,5 Liter Wasser täglich trinken."

Heute.at: "Welche Rolle spielt der Arbeitsplatz beim Essen: Sollte man am Schreibtischsessel vor dem Computer sitzen bleiben, in einen anderen Raum gehen (sofern es möglich ist) oder in die Kantine, spazieren gehen..."

Üblacker: "Die Trendforschung sagt es voraus: Wir werden zu Snackern! Ich unterscheide zwischen WORK & snack und SNACK & work – unter diesen zwei Komponenten sollte sich die Food-Work-Balance täglich bewegen. Beim Ersten nimmt man sich für den Snack Zeit und isst,  damit man für die Arbeit gerüstet ist. Bei SNACK & work steht kurzfristig der Snack im Vordergrund der Arbeit, welcher aber nebenher gegessen wird, direkt am Schreibtisch bei der Arbeit. Die Leute haben von Haus aus schon ein Problem mit Pause machen. Daher sage ich, lieber bei der Arbeit essen als gar nichts essen. Das Gehirn, der Körper braucht Energie und die kommt eben aus den Lebensmitteln."

Heute.at: "Zu Ihnen persönlich: Sie waren Koch, dann „Burgerketten“-Store-Manager und schließlich Food-Consultant! Gab es eine Initialzündung, die sich zu Ihrer „Ernährung am Arbeitsplatz“-Idee entwickelte?"

Üblacker: "Der Grund war eine Zahl! Wir verbringen ca. 84.000 Stunden unseres Lebens am Arbeitsplatz. Viel Zeit, die, wenn wir für die Gesundheit nichts Gutes tun, uns fehlt. Das war der entscheidende Punkt. Ich habe mich entschieden und wollte Menschen dafür begeistern, in dieser Zeit auf bewusste Ernährung zu achten. Dafür entwickelte ich eigene, umsetzbare Konzepte. Außerdem hat mich immer schon interessiert, welche Auswirkungen Lebensmittel auf den Körper haben und wie man dadurch Kreativität, Leistungsfähigkeit usw. beeinflussen kann. Ich probiere alles selber aus und gebe nur Infos weiter wovon ich überzeugt bin, dass sie umsetzbar sind. Denn schließlich wünscht sich jeder gesund in die Pension zu gehen und dazu ist es wichtig, in den rund 84.000 Stunden, auf die Ernährung zu achten."

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