"Handgranaten-Tschusch": Wirbel um FP-Posting

Mit dem oö. Spitzenkandidaten für die AK-Wahl sorgt wieder ein FPÖ-Funktionär durch seine Postings für Wirbel.

Mit dem oberösterrichischen Spitzenkandidaten für die AK-Wahl sorgt wieder ein FPÖ-Funktionär durch seine Postings für Wirbel. Diesmal geht es um Mord. Kritik kommt von den anderen Parteien, aber auch vom eigenen Chef.

Manfred Pühringer (53) soll u.a. das Mordopfer , als "Handgranaten-Tschusch" bezeichnet haben. Für SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Horner ist Pühringer damit "untragbar".

Verfälschtes SP-Logo

Der FPÖ-Kandidat soll auch ein verfälschtes SPÖ-Logo gepostet haben, bei dem das "Ö" durch eine Handgranate ersetzt wurde, wie ein buntes Blatt berichtet. Für Horner sind derartige Kommentare "menschenverachtend". "Personen wie Manfred Pühringer haben in der Politik einfach nichts verloren. Sie sind eine Gefahr für die Demokratie", so der SPÖ-Landesgeschäftsführer in einer Presseaussendung.

"Ehre, Treue, Vaterland"

Horner wies darauf hin, dass Pühringer bereits 2011 mit Fotos seiner Oberkörper-Tätowierung - eines Adlers und der Schrift "Ehre, Treue, Vaterland." - für Aufregung gesorgt habe. Zudem musste erst vergangene Woche in OÖ wegen seiner Vergangenheit im rechten Milieu - die Justiz hat sich deswegen mit ihm beschäftigt - auf die Kandidatur verzichten.

FP-OÖ-Chef: "geschmacklos"

Der eigene Chef, Oberösterreichs Landesparteiobmann und Landesrat Manfred Haimbuchner hält die Äußerung Pühringers für "geschmacklos". Es werde eine "ernsthafte Aussprache" zwischen ihm und dem Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer geben. Haimbuchner erwarte sich vom Vertreter einer wahlwerbenden Gruppe, die der FPÖ nahestehe, dass er sich entsprechend benehme, auch im privaten Facebook-Bereich.

"Die Geschmacklosigkeit des Postings war mir im ersten Moment nicht bewusst, ich habe dieses aber zwischenzeitlich gelöscht", teilte Pühringer am Nachmittag mit. Er könne aus der Sache aber keinen Grund für einen Rücktritt ableiten, so der Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer. Die SPÖ mache mit derartigen Forderungen "aus einer Maus einen Elefanten".

"Bodennahes Niveau"

Die oberösterreichische Grüne Maria Buchmayr kritisiert die Aussagen Pühringers scharf: "Die FPÖ schafft es immer wieder, ihr bodennahes Niveau weiter zu unterbieten." Sie will sich zudem rechtliche Schritte gegen den FPÖ-Abgeordneten Elmar Podgorschek vorbehalten, der die Grünen in den "Oberösterreichischen Nachrichten" als Faschisten bezeichnete.

Hintergrund des grün-blauen Scharmützels ist die Einstellung des Verfahrens gegen einen oö. Polizisten, der im Internet eine umgetextete Bundeshymne - "Land der Museln, Sozialbetrüger, der linken Demonstranten, Räuber, Diebe und Asylanten" - gepostet haben soll. Die Grünen wollen dennoch mit parlamentarischen Anfragen an der Causa dranbleiben. Podgorschek findet die Einstellung gerechtfertigt und bezeichnete die Grünen als "Faschisten der Gegenwart".

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