Zwei Süchte steigen gerade an

Suchtexperten sprechen von zwei großen, sich steigernden Problematiken unserer Gesellschaft.

Der moderne Mensch hat sich fast aller Risikofaktoren entledigt. Nur mit zwei Dingen scheint er besonders zu kämpfen zu haben: Der Ess- und Handy-Sucht.

Eine Sucht charakterisiert sich dadurch, dass sie immer mehr zum Lebensmittelpunkt wird. Alles andere gerät daneben in Vergessenheit. Bei der Internet-Sucht werden soziale Kontakte und Pflichten vernachlässigt. Durch die neuen Möglichkeiten mit dem technologischen Fortschritt des Smartphones vermischt sich die Handy-Sucht mit der Internet-Sucht. Denn man hat überall jederzeit Zugriff auf das Internet.

Die Funktionen eines Geräts erfassen viele Bedarfsbereiche des Alltags und greifen daher so gut in ihn über. Chatten, surfen, Videos schauen, Musik hören, Fotos machen, Termine eintragen, Route planen und Wetter nachschauen zählen zu den häufigsten Verwendungszwecken der User.

40 Prozent der Menschen in Südkorea haben ein Angstgefühl, wenn sie ihr Handy nicht bei sich haben. Steve Jobs Vision soll einen nicht so weitreichenden Umgang mit dem Smartphone vorgesehen haben, als er 2007 das iPhone als einen iPod mit Anruf-App vorstellte.

Der Umgang mit den neuen Technologien hält noch einige Lernphasen für die Benutzer bereit. Handyfreie Zeiten sollten in der Eigenverantwortung des Einzelnen liegen. So können besorgte Eltern vorgehen, indem sie die Nutzungs-Zeiten des Sprosses begrenzen.

Das Lustzentrum im Gehirn reagiert bei Esssucht mit den gleichen Prozessen wie bei Nikotin und Alkohol. Bei kohlenhydratereichen Lebensmitteln wird der Belohnungsstoff Dopamin ausgesendet, gleich wie beim Rauchen oder Alkoholkonsum.

Es reicht daher nicht aus übergewichtige Menschen auf ihren ungesunden Lebensstil und ihre schlechten Werte hinzuweisen. Das Problem ist ein psychologisches. Es handelt sich um eine Verhaltensstörung, die in Form einer Therapie die besten Veränderungsmöglichkeiten besitzt.

(GA)

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