"Steve Jobs ist ein Reptilienmensch"

"Iron Sky: The Coming Race" läuft seit kurzem in den Kinos. Der Drehbuchautor erzählt, was es mit dem Steve-Jobs-Kult auf sich hat.

Weil die Erde durch eine nukleare Apokalypse zerstört worden ist, sitzen die letzten noch übrig gebliebenen Menschen auf dem Mond fest. So beginnt "Iron Sky: The Coming Race", der zweite Teil der kultigen Science-Fiction-Komödie des finnischen Regisseurs Timo Vuorensola.

Unter den Menschen auf dem Mond hat sich eine Art Kult um die Lehren von Steve Jobs entwickelt. Was es mit diesen so genannten Jobisten auf sich hat, erläutert der amerikanische Drehbuchautor Dalan Musson im Interview.

Dalan Musson, worum geht es in "Iron Sky: The Coming Race"?

Nach den Ereignissen des ersten "Iron Sky"-Films sind die übrig gebliebenen Menschen auf dem Mond gefangen. Ihre einzige Überlebenschance besteht darin, dass eine Gruppe von Helden zum Mittelpunkt der Erde reist und den Heiligen Gral findet.

Was haben Mondmenschen mit Steve Jobs zu tun?

Ich glaube, dass Menschen naturgegeben nach Bedeutung, Antworten und Anführern suchen. In das ideologische Vakuum, das durch den Mangel an Nazis auf dem Mond entstand, musste jemand Neues treten.

Wie kamen Sie auf diese Idee?

Diese Idee ist nicht mir zuzuschreiben. Regisseur Timo Vuorensola kam mit dem Filmkonzept zu mir, inklusive der Jobisten, die anstelle der Nazis die ideologische Führung auf der Mondbasis übernommen hatten. Von da an habe ich die Story einfach weitergesponnen.

Was für eine Figur ist Steve Jobs im Film?

Ich versuchte, ihn so realitätsnah wie möglich zu gestalten – als formwandelnden Reptilienmenschen und Kampfkunstmeister.

Was hat der Anführer des Jobs-Kults im Film für eine Rolle?

Jede Bewegung braucht einen, der dem Rest der Menschen beibringt, wie man "anders denkt" [Anm. d. Red.: "Think Different" war früher der Slogan von Apple]. Jemand, der anderen hilft, Sinn in das Chaos im Universum zu bringen. Wer ist da besser geeignet als Tom Green [Anm. d. Red.: der Schauspieler, der die Rolle spielt]?

Um was geht es denn beim Steve-Jobs-Kult?

Im Mittelpunkt stehen vor allem Einheitlichkeit, Konformität und Profit. Er gibt den Menschen etwas, an das sie glauben und wo sie dazugehören können. Ziel war es, so nahe an der Realität zu bleiben, dass sich die Zuschauer unwohl fühlen. Dann haben wir es noch zwei Schritte weiter in Richtung Lächerlichkeit getrieben.

War es schwierig, den Steve-Jobs-Kult zu erfinden?

Wir mussten nicht sehr hart arbeiten, um Vergleiche zur Realität ziehen zu können – um es vorsichtig auszudrücken. Gute Satiren und Parodien sind Nachbarn der Realität. Menschen lieben es, sich zugehörig zu fühlen und sich gleichzeitig auch abzugrenzen. Ich definiere mich beispielsweise darüber, mit welchem Smartphone ich arbeite. Und ich bin ein PC-Gamer.

Im Film treffen Steve Jobs und Hitler aufeinander. Geht diese Begegnung gut aus?

Nicht für alle Beteiligten.

Kommen im Film weitere Tech-Persönlichkeiten vor?

Mark Zuckerberg hat einen kurzen Auftritt. Eine Idee, mit der wir im Film gespielt haben, ist die Verschwörungstheorie, wonach die Weltregierung aus Reptilienmenschen besteht, die hinter den Kulissen an der Kontrolle der Bevölkerung arbeitet. In der heutigen Welt ist Technologie allgegenwärtig, und wer Informationen besitzt, hat Macht. Steve Jobs war eine Möglichkeit, die Technologie zu personifizieren. Mark Zuckerberg nutzten wir, um die Informationsseite zu repräsentieren.

Der Trailer zum Film "Iron Sky: The Coming Race". (Video: Praesens-Film) (swe)

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