"Wir müssen Kinder integrieren, nicht trennen"

"Coole Schule": Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und Daniel Landau beim Finale des "Heute"-Bildungstalks.
"Coole Schule": Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und Daniel Landau beim Finale des "Heute"-Bildungstalks.Bild: Denise Auer

Beim Finale der "Heute"-Serie "Coole Schule" stellte sich Bildungsministerin Sonja Hammerschmid Fragen zu Spracherwerb, Chancengleichheit, Kindergarten und Nachhilfe.

Eine Stunde nahm sich Bildungsministerin Sonja Hammerschmid Zeit, um die Anregungen, Ideen und Herausforderungen zu diskutieren, die nach vier Runden "Heute"-Talk zum Thema "Coole Schule" unter den Nägeln brannten.

Mit Lehrer und Bildungsexperte Daniel Landau resümierte Hammerschmid nicht nur über Gelungenes ihrer 16-monatigen Amtszeit. "Ich will weiter gestalten", sagt sie im Hinblick auf die Nationalratswahl am 15. Oktober. Sie skizziert eine "Schule der Zukunft", die Kinder individuell fördern, sowie ihre Medien- und Sozialkompetenz ausbilden soll: "Nur frontal zu unterrichten, ist nicht mehr genug."

"Es braucht mehr Pädagoginnen"

Um das umzusetzen, "braucht es mehr Pädagoginnen", so die Ministerin, die mittelfristig 5.000 neue Lehrer einstellen will. 850 zusätzliche Sprachpädagogen sind bereits im Einsatz, die u.a. auch jenen Kindern Deutsch beibringen sollen, die 2015 als Flüchtlinge nach Österreich kamen.

Beim Thema des Spracherwerbs für nicht deutsch sprechende Kinder, verfolgt das Bildungsministerium eine klare Linie: "Wir müssen sie integrieren, nicht trennen." Diese Schüler hätten ohnehin elf Stunden gesonderten Deutsch-Unterricht, die restliche Zeit sollten sie möglichst mit anderen Muttersprachlern verbringen.

Probleme beginnen oft schon im Kindergarten

Für Landau, wie für Hammerschmid ist klar: Die Wurzel des Sprachproblems liegt im Kindergarten, der nicht ins Bildungsministerium integriert ist. "Er verdient aber hohe Aufmerksamkeit, damit sprachliche Defizite gar nicht erst entstehen." Die Realität zeigt jedoch, dass Pädagogen im Kindergarten unter "teilweise sehr schwierigen Bedingungen", mit zu großen Gruppen arbeiten müssen und kaum Zeit haben, da auch noch Sprachbarrieren abzubauen.

Plädoyer für die Gesamtschule

750 Millionen Euro investiert das Bildungsministerium in den Ausbau der Ganztagsschule. "Die Gesellschaft erwartet, dass Schule kompensiert, was daheim nicht passiert", schildert Hammerschmid. Die Eltern würden vielfach beide arbeiten, alleinerziehende Mütter hätten überhaupt keine andere Wahl. Um die Schüler bestmöglich zu unterstützen und zu fördern, brauche es eine funktionierende, ganztägige Schule, appelliert sie. Pädagogische Konzepte, aber vor allem mehr Geld würden hier noch dringend gebraucht. Der Wunsch der Bildungsministerin: "Mittagessen und Betreuungseinheiten sollten gratis angeboten werden." Eine schöne Forderung, gerade in Wahlkampfzeiten.

(sk)

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