10.000 Schritte am Tag – nur ein Werbe-Schmäh?

Mittlerweile steht unumstritten fest: Wer sich bewegt, bleibt gesünder.
Mittlerweile steht unumstritten fest: Wer sich bewegt, bleibt gesünder.Getty Images/iStockphoto
Jahrzehntelang galten 10.000 Schritte täglich als das Optimum für ein gesundes Leben. Doch was, wenn das nur ein Marketing-Gag war?

Diese magische Zahl von 10.000 Schritten wird mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht, wie Gewichtsverlust und einem geringeren Risiko für Krebs, Demenz und Herzkrankheiten. Das Gehen von 10.000 Schritten ist sogar ein Trend auf TikTok geworden, dank einer Übungsroutine namens "Hot Girl Walk". Aber woher kommt diese Zahl? Ein Tipp: Sie stammt nicht aus der Forschung oder Wissenschaft.

"Schöne, runde, einprägsame Figur"

Es war ein cleverer Marketingtrick eines japanischen Unternehmens, das versuchte, nach den Olympischen Spielen 1964 in Tokio Schrittzähler zu verkaufen. Zu dieser Zeit konzentrierte man sich im Gastgeberland verstärkt auf Fitness, und Firmen versuchten, aus der Begeisterung rund um die Spiele Kapital zu schlagen.

Eine Kampagne beinhaltete die Vermarktung von Yamasas Schrittzähler namens "Manpo-kei", was auf Japanisch wörtlich "10.000 Schritte Meter" bedeutet. Aber die willkürliche Zahl war nie wissenschaftlich begründet. Stattdessen wurde die Zahl gewählt, weil der Maßstab eine schöne, runde, einprägsame Figur war. Professor Tom Yates, einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der körperlichen Aktivität und des sitzenden Verhaltens an der Universität von Leicester, sagte gegenüber MailOnline: "Es gab zunächst keine Beweise dafür."

Doch die Genies hinter dieser ursprünglichen Kampagne könnten etwas auf der Spur gewesen sein. Seitdem haben Studien immer wieder gezeigt, dass 10.000 Schritte täglich ein guter Anhaltspunkt für alle sind, die gesund bleiben wollen. Aber bis vor kurzem war die Zahl nicht ausführlich untersucht worden.

Mehr als 8.000 Schritte bringen keinen Mehrwert

Eine große Studie im März ergab, dass alles, was über 8.000 Schritte pro Tag hinausgeht, nutzlos ist, um einen frühen Tod zu verhindern. US-Forscher untersuchten 15 Studien, die sich auf 47.000 Männer und Frauen im Alter von über 60 Jahren konzentrierten – dem Alter, in dem viele von uns auf natürliche Weise langsamer werden und ein höheres Krankheitsrisiko haben. Das Team verglich die Anzahl der Schritte, die jeden Tag unternommen wurden, mit der Wahrscheinlichkeit, dass sie über mehrere Jahre hinweg an irgendeiner Ursache sterben würden.

Um die optimale Schrittzahl zu ermitteln, sortierte das Team die Teilnehmer anhand ihrer durchschnittlichen täglichen Schritte in vier Gruppen ein: 3.500, 5.800, 7.800 und 10.900. Bei der Analyse ihrer Krankenakten stellten die Forscher fest, dass bei Menschen mit 5.800 Schritten pro Tag ein um etwa 40 Prozent geringeres Risiko für einen frühen Tod bestand.

Dieser Wert stieg bei den beiden höchsten Gruppen auf 53 Prozent. Allerdings flachte der Effekt zwischen 6.000 und 8.000 Schritten ab, darüber hinaus war kein Zusatznutzen erkennbar. Laut Professor Yates bringen mehr als 7.000 bis 8.000 Schritte pro Tag nicht "viel mehr Nutzen". Außerdem sei die Intensität der Schritte wichtiger als die Anzahl.

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Wie gehen uns guttut

Mittlerweile steht unumstritten fest: Wer sich bewegt, bleibt gesünder. Zum Beispiel verbrennen 10.000 Schritte pro Tag für die meisten Menschen je nach Gewicht und Fitnesslevel zwischen 250 und 600 Kalorien, was dem Wegfall einer ganzen Mahlzeit pro Tag entspricht. Dies reduziert das Risiko von Fettleibigkeit und all die gesundheitlichen Auswirkungen, die mit zu dickem Körper einhergehen.

Das Gehen über einen längeren Zeitraum lässt auch das Blut durch die Arterien pumpen, was Selbsterneuerungsprozesse auslöst, die das Risiko von Herzerkrankungen, Demenz und Schlaganfall senken. Studien zeigen, dass selbst kurze Spaziergänge Angstzustände und Depressionen verringern und unsere geistige Wachsamkeit, Energie und positive Stimmung steigern können.

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