122 Staaten stimmen für Atomwaffen-Verbot

Auf Österreich-Initiative wurde am UN-Hauptsitz ein umfassendes Atomwaffen-Verbot beschlossen. Doch die Atommächte boykottierten die Verhandlungen.

Mehr als 120 UNO-Mitglieder haben ein Abkommen zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Die Vereinbarung hat aber weitgehend nur symbolische Bedeutung. Dennoch sprach das IKRK von einer "historischen Etappe". Auch Österreich hat natürlich für das Verbot gestimmt.

Die neun bekannten Atommächte, darunter die fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich, hatten die Verhandlungen boykottiert. Auch die meisten NATO-Staaten beteiligten sich nicht an den Gesprächen, darunter Deutschland.

Druck auf Atommächte

Für das Abkommen stimmten am Freitag in New York 122 Länder, es gab eine Gegenstimme von den Niederlanden und eine Enthaltung. Das Abkommen sieht ein vollständiges Verbot der Entwicklung und Lagerung von Atomwaffen sowie der Androhung ihres Einsatzes vor.

Mit dem Beschluss wollen die Unterstützer Druck auf die Atommächte für eine Abrüstung ausüben. Die Initiative für das Abkommen war neben Österreich auch Neuseeland und Brasilien ausgegangen.

Erfolg für die Menschheit

An den Verhandlungen war auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beteiligt. IKRK-Präsident Peter Maurer sprach nach Annahme des Abkommens von einer "historischen Etappe" und einem wichtigen Erfolg für die Menschheit.

Das Abkommen sei der entscheidende Ausgangspunkt zur künftigen Beseitigung von Atomwaffen. Diese seien zu lange die einzigen Maßenvernichtungswaffen gewesen, die durch internationales Recht nie ausdrücklich verboten worden seien, wurde Maurer in einem IKRK-Communiqué zitiert.

(red)

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