28.400 Euro Steuergeld für Häftlings-Theater

In der Krise kaum Geld für Arbeitslose und Pensionen - aber nö. Kulturpolitiker bezahlen Jung-Kriminelle für ihren Theater-Spaß: Gleich 28.400 Euro Subvention erhielten verurteilte Einbrecher und vier Mörder (!) für acht Monate Proben. Das Stück Gerettet kam nur einmal in der Justizanstalt Gerasdorf zur Aufführung - das Justizministerium ließ weitere Vorstellungen abblasen: Fluchtgefahr!

Die schweren Jungs aus der Justizanstalt Gerasdorf durften sich seit September 2008 an schwerster Theaterkost versuchen: Das Stück Gerettet von Edward Bond handelt von der Hoffnungslosigkeit des Lebens - und von einem Kindermord. Für den Regisseur Manfred Michalke, die Kulturpolitiker des Landes Niederösterreich und für die Ex-Justizministerin Maria Berger (SP) offenbar das ideale Stück für ein Resozialisierungsprojekt.

Totschläger wollte vor Schülern auftreten
Die Besetzung garantierte Gänsehaut: Den Kindesmörder in Gerettet durfte ein tatsächlicher Mörder spielen! Allerdings: Das mit 28.400 Euro aus öffentlichen Geldern finanzierte Stück war nur einmal zu sehen. Nach der Premiere am 17.9. in Gerasdorf schaltete sich das Justizministerium ein: Die Vorstellungen außerhalb des Gefängnisses vor Schulklassen (!) in Berndorf und im Wiener Theater Akzent wurden nicht mehr erlaubt. Die Gefahr einer Flucht der jungen Verbrecher war dann doch zu groß.

Der Subventionsskandal wird ohnehin ein politisches Nachspiel haben: Schließlich hat SP-Justizsprecher Jarolim sogar bedauert, dass es nur eine Vorstellung gegeben hat.

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