Klimaschutz rechnet sich

35 Billionen Euro Schäden pro Jahr wegen Klimakrise

Nichthandeln im Klimaschutz kann richtig teuer werden. Für Österreich wird ein Einkommensverlust um durchschnittlich zwölf Prozent prognostiziert.

Heute For Future
35 Billionen Euro Schäden pro Jahr wegen Klimakrise
Klimaschutz ist Wirtschaftshilfe. Neben einer drastischen Reduktion von Treibhausgasen braucht es dringend mehr Anpassungsmaßnahmen.
SIMON BRANDSTÄTTER / fotokerschi / picturedesk.com

Selbst wenn Treibhausgas-Emissionen ab sofort drastisch reduziert würden, müsste die Weltwirtschaft aufgrund des Klimawandels bis 2050 bereits mit einem Einkommensverlust von 19 Prozent rechnen, so eine in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichte Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Die zu erwartenden Schäden sind wissenschaftlichen Berechnungen zufolge sechsmal höher als die Vermeidungskosten zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf zwei Grad.

Auf der Grundlage von empirischen Daten aus mehr als 1.600 Regionen der letzten 40 Jahre haben die Forschenden die zukünftigen Auswirkungen veränderter klimatischer Bedingungen auf das Wirtschaftswachstum berechnet.

Insgesamt kommt das Team um Leonie Wenz und Maximilian Kotz vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung auf eine weltweite Einkommensreduktion von 38 Billionen Dollar (rund 35 Billionen Euro) im Jahr 2049 im Vergleich zu einer Welt ohne weiteren Klimawandel. Das bedeutet einen wirtschaftlichen Rückgang um rund ein Fünftel.

Es kostet uns viel weniger, das Klima zu schützen, als dies nicht zu tun.
Studienleiterin Leonie Wenz
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    Zahlreiche Starkregenereignisse haben im Sommer - wie hier im Bild im Raum Hochburg-Ach in Oberösterreich - zu Hochwasser, Überschwemmungen und Vermurungen geführt.
    Zahlreiche Starkregenereignisse haben im Sommer - wie hier im Bild im Raum Hochburg-Ach in Oberösterreich - zu Hochwasser, Überschwemmungen und Vermurungen geführt.
    MANFRED FESL / APA / picturedesk.com

    Was heißt das konkret für Österreich?

    Das Forschungsteam des PIK hat für Wien und Burgenland die höchsten Einkommensrückgänge festgestellt: In beiden Bundesländern beträgt das Minus 15,7 Prozent. Es folgen Niederösterreich mit minus 14,7 Prozent, Oberösterreich (minus 13,9 Prozent) und die Steiermark (minus 11,9 Prozent). Jeweils knapp unter der Zehnprozentmarke bleiben Kärnten (minus 9,97 Prozent), Vorarlberg (minus 9,6 Prozent), Salzburg, (minus 9,2 Prozent) und Tirol (minus 8,2 Prozent).

    Dass man im Osten des Landes mit einem stärkeren wirtschaftlichen Rückgang rechnen muss, liege laut PIK an der zu erwartenden zunehmenden Erhitzung der flacheren Regionen. Hier ist es im Mittel bereits jetzt deutlich wärmer. Ein zusätzlicher Temperaturanstieg könne sich in der Folge auf Wirtschaftsfaktoren wie Ernteerträge und Arbeitsproduktivität überproportional stark auswirken.

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      Melanie Seidl

      Auf den Punkt gebracht

      • Eine im Fachjournal "Nature" veröffentlichte Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung prognostiziert weltweit massive Einkommensverluste und Schäden in Höhe von 35 Billionen Euro pro Jahr aufgrund des Klimawandels, wenn keine drastischen Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen ergriffen werden
      • Für Österreich wird ein durchschnittlicher Einkommensverlust von zwölf Prozent erwartet, wobei einige Bundesländer wie Wien und Burgenland mit einem Minus von 15,7 Prozent besonders stark betroffen sein werden
      red
      Akt.