4 Liebeslügen in romantischen Komödien

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Romantische Komödien gehören für viele zum richtigen Kino-Date dazu. Auch wenn die meisten dieser Filme sehr schmalzig sind, so haben die meisten doch in der Regel auch etwas Gutes. Das Mitfiebern mit den Protagonisten auf der Leinwand kann romantische Impulse geben. Oder man macht sich gemeinsam über den Film und seine Handlung lustig. Hüten Sie sich allerdings vor diesen Beziehungslügen!


So oder so können romantische Komödien einander näher bringen. Gute Beziehungstipps oder tiefgründige Einsichten in die menschliche Seele sollten sie von diesen Filmen aber nicht erwarten. Viele der Mythen und Klischees aus solchen Filmen werden von Menschen oft - bewusst oder unbewusst - geglaubt und übernommen. Auf die folgenden Beziehungslügen sollten Sie nicht hereinfallen!

1. Schlechtes Verhalten hat keinerlei Konsequenzen

In sehr vielen romantischen Komödien hat  die Angebetete der Hauptfigur ein besonderes Ereignis, auf das er hinarbeitet, etwa eine Hochzeit in der Familie oder eine wichtige Arbeits-Deadline. Das ist für Drehbuchschreiber ein bequemer Quell von Konflikten (denn ohne Konflikte wäre der Film ja langweilig).

Im Film vermasselt die Hauptfigur der Angebeteten dieses wichtige Ereignis - meist absichtlich als Vergeltung für eine vorherige Kränkung. Es kommt zum Beziehungskrach, man trennt sich. Aber letztlich verzeiht die Angebetete dem Protagonisten nach einer theatralsichen Entschuldigungsgeste alles, denn schließlich ist jedes noch so wichtige Ereignis unbedeutend im Vergleich zur einzig wahren, großen Liebe, nicht wahr?

Verzeihen ist wichtig, aber Verzeihen muss man sich auch erst verdienen und erarbeiten. Und man muss damit von Anfang an beginnen, nicht erst nachdem man einen kolossalen Mist gebaut hat. Man muss sich in einer Beziehung vom ersten Tag als als vertrauenswürdig und unterstützend erweisen. Denn niemand muss verzeihen.

2. Große, theatralische Gesten führen zu großen Romanzen

Damit gehen wir gleich zu einem der zentralsten Elemente einer jeden Liebesschnulze über: der theatralischen Geste. Keine klischeebehaftete Schmonzette kommt ohne sie aus. Wenn die Angebetete unnahbar scheint oder ein Streit die Liebenden entzweit hat, kann laut romantischer Komödie nur mehr eine große Geste mit viel Pathos helfen.

Der Held gesteht seiner Angebeteten seine Liebe in einer peinlichen Gesangeinlage vor hunderten Leuten oder er stürmt in letzter Minute zum Banhhof und bereut öffentlich jedes schlechte Benehmen. Immerhin soll es um die große, wahre Liebe gehen, da müssen die Gesten und Handlungen der Protagonisten vor Pathos nur so strotzen.

Theatralische Gestern sind genau das: Theater. Darum haben sie einen festen Platz in Filmen. Im wirklichen Leben wirken solche Aktionen aber sehr hohl, denn sie werden für ein Publikum gemacht. Sie sind höchstens nützlich, um die Aufmerksamkeit einer angebeteten Person zu erlangen. Die wahre Liebe drückt sich in kleinen, unscheinbaren Gesten aus. Und vor allem tut sie das tagtäglich und nicht nur ein einziges Mal.

3. Wenn es sofort funkt, ist es die große, wahre Liebe

Es macht in sehr vielen Filmromanzen sofort Klick. Zumindest eine der beiden Hauptfiguren ist hin und weg und weiß sofort: Ich kann ohne diesen Menschen nicht mehr leben! Der Protagonist tut alles, um der Angebeteten näherzukommen und schließlich - etwas über der Hälfte des Films - gesteht er ihr seine absolute, ewige Liebe und die beiden kommen zusammen.

Von da an ist alles weitere nur mehr Formalität. Die einzigen Hindernisse sind Konflikte oder Streits. Alles andere ist ja vom Schicksal vorherbestimmt - und von den Namen der beiden Hauptdarsteller auf dem Filmplakat.

Es kann sie wirklich manchmal geben, die große Liebe auf den ersten Blick. Aber Verliebtsein und Liebe ist nicht dasselbe. Die große Liebe stellt sich dann ein, wenn man sein Gegenüber wirklich kennt und ihn selbst liebt. Die magischen Worte "Ich liebe dich" sind eine sehr mächtige Aussage. Wer nach drei Dates schon seine unsterbliche Liebe gesteht, der kennt den Menschen, dem er sie gesteht nicht wirklich. So jemand liebt das Verliebtsein, nicht den Menschen.

4. Jeder noch so banale Streit ist destruktiv und kann zur Trennung führen

Das zentrale Element jeder Dramatik in einer romantischen Komödie ist das Missverständnis. Ein Missverständnis vereint in sich sowohl Dramatisches als auch Komisches und ist daher ein beliebtes Mittel, um das Finale noch einmal spannend zu machen. Aus einem banalen Missverständnis heraus kommt es zum Streit, der sofort zum Beziehungskrach wird und zur Trennung führt.

In der Regel kommt es zu einer Situation, die für die Angebetete so wirkt als würde der Protagonist sie hintergehen. Er sagt das obligatorische "Es ist nicht so wie du denkst!". Wie auf Knopfdruck folgt ihr "Du bist genau wie alle anderen!" und sie stürmt davon. So streiten Kindergarten-Kinder, keine Erwachsenen.

Streits sind wichtig und notwendig in einer Beziehung. Man muss seinen Emotionen manchmal Luft machen und Dinge zur Sprache bringen. Erwachsene reden nach einem Streit aber rational miteinander und beenden eine Beziehung nicht aufgrund eines Missverständnisses, das in drei Sätzen aufgeklärt werden kann.
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