5 Gründe: Deshalb trat Eva Glawischnig zurück!

Eva Glawischnig übernahm die Grünen im Oktober 2008, jetzt legte sie alle Ämter mit sofortiger Wirkung zurück. Wieso?

12,5 Prozent bei einer Nationalratswahl waren das politische Highlight in der Grünen Ära Glawischnig. So viel wie nie zuvor auf Bundesebene.

Im Zuge der Neuwahl-Debatte der letzten Tage reifte in ihr jedoch der Entschluss zu gehen, wie sie am Ende ihres Presse-Statements am Donnerstag bekannt gab.

"In der Neuwahl-Debatte hatte ich das Gefühl, ich sitze in einem fahrenden Zug und muss mich entscheiden", sagte die Kärntnerin, die als Umwelt-Aktivistin und Juristin bekannt wurde (Ihre Biografie finden Sie hier).

Der Bundesvorstand muss sich nun am Freitag in Salzburg mit Glawischnigs Nachfolge beschäftigen. Sie legte mit sofortiger Wirkung ihr Mandat im Nationalrat, die Funktion der Bundessprecherin und die Funktion als Klubobfrau der Grünen zurück.

Das sind die 5 Gründe ihres Rücktritts:

1) Ihre Gesundheit

Ein allergischer Schock nach den internen Streitigkeiten mit den jungen Grünen sei ein "Warnzeichen des Körpers" für Glawischnig gewesen. Sie wolle keine Frau sein, die aus gesundheitlichen Gründen ihre beruflichen wie privaten Verantwortungen nicht mehr nachkommen kann.

2) Der Hass im Internet

Sie hatte sich zuletzt sehr stark dem Kampf gegen Hass im Internet und in sozialen Medien verschrieben. Dies wolle sie auch nach ihrem Rücktritt weiter verfolgen. "Ich werde alle Klagen gegen Facebook und Co aus Überzeugung weiter voran treiben." Sie selbst war immer wieder Angriff von persönlichen Anfeindungen und Diffamierungen, die sie zwar gerichtlich bekämpfte, die aber auch mürbe machen. "Ich appelliere gegen Hass und Aggression vorzugehen."

3) Ihre Familie

Nach fast neun Jahren in einer leitenden politischen Funktion fühlt sich Glawischnig nun verpflichtet, sich wieder stärker um ihre Familie, insbesondere ihre zwei Söhne zu kümmern. "Ich habe eine Verantwortung gegenüber meiner Familie und traf deshalb diese zutiefst persönliche Entscheidung gegen das weitere berufliche Engagement und gegen einen 24/7-Job in der Politik."

4) Die politische Kultur

Glawischnig sprach auch ganz deutlich an, dass sich der Wandel in der politischen Kultur negativ auf einen Verbleib in der Politik ausgewirkt habe. Die Gesprächskultur, zu viel Streit und inhaltliche Diskussionen unter den Parteien habe sich negativ verändert. "Wenn es mehr Frauen in politischen Führungspositionen gebe, wäre die politische Kultur wieder eine andere."

5) Die Zuspitzung der Medien

Und Glawischnig sprach auch die Medien dezidiert an. Es brauche aus ihrer Sicht eine Rückbesinnung auf Inhaltliches in der Berichterstattung und nicht auf Persönliches und Sensationelles. "Der Job reibt in Zeiten medialer Zuspitzung auf", sagte die 48-Jährige.

Der Live-Ticker zum Glawischnig-Rücktritt zum Nachlesen:

(mle)

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