Ab sofort: Griechenland ohne Rettungsschirm

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Griechenland ist ab sofort wieder auf sich allein gestellt. Der Euro-Rettungsschirm ESM ist - acht Jahre nach der Finanzkrise - zu Ende.

Die Euro-Länder haben Griechenland nach der Finanzkrise vor dem Staatsbankrott gerettet. Acht Jahre und mehrere Rettungsprogramme später sind rund 289 Milliarden Euro nach Athen geflossen.

Das ehemalige Krisenland hat im Gegenzug dafür rigorose Sparmaßnahmen und Reformen durchgeführt. Die Griechen müssen mit starken Lohn- und Pensionskürzungen zurechtkommen. Wie groß der Spardruck ist, merkte man zuletzt bei der Feuerwehr. Diese war für die verheerenden Waldbrände rund um Athen nur unzureichend ausgerüstet.

Nach anfänglichen Widerständen setzte Griechenland den auferlegten Sparkurs in den letzten zweieinhalb Jahren reibungslos um. Die letzte Hilfstranche (15 Mrd. Euro) kam Ende Juni. Nun ist Griechenland auf sich allein gestellt.

"Griechenland noch nicht gerettet"

Mit 24 Mrd. Euro in den Staatskassen könnte sich Griechenland zwei Jahre lang selbst finanzieren. Zum Aufatmen ist den Griechen dennoch nicht zumute. Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin hoch, gut ausgebildete junge Leute verlassen massenweise das Land.

Der ehemalige griechische Finanzminister Yannis Varoufakis sieht ebenfalls schwarz: "Griechenland steht am selben Punkt, im gleichen schwarzen Loch und es versinkt jeden Tag tiefer darin. Auch, weil die Sparvorgaben der Gläubiger Investitionen und den Konsum behindern", sagte er am Montag zur "Bild"-Zeitung.

Griechenland hat zudem weiterhin den höchsten Schuldenstand aller europäischen Länder (180 Prozent des Bruttoinlandsproduktes). Die Euro-Gruppe erwartet von Griechenland nun, dass der Sparkurs gehalten wird.

Das kann Griechenland aber alleine, ist Eurogruppen-Chef Mario Centeno überzeugt. Mit den Hilfsprogrammen habe man die Basis für ein gesundes Wirtschaftswachstum schaffen wollen: "Es hat viel länger gedauert als gedacht, aber ich glaube, wir haben es geschafft", sagt er. Seine Argumente: Die Wirtschaft in Griechenland wächst, es gibt einen Haushalts- und Handelsüberschuss und die Arbeitslosigkeit sinkt.

Anders hört sich das bei Varoufakis an, der vorbringt, dass private Leute noch immer ärmer werden, Firmen noch immer pleite gehen und das Bruttosozialprodukt um 25 Prozen gesunken sei. (red)

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