Abfahrts-Weltmeister tritt heute in Kitzbühel zurück

Patrick Küng hat genug. Der Abfahrts-Weltmeister von 2015 beendet seine Karriere rund um die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel.

Nein, so wollte er nicht aufhören. Nicht mit Rangierung jenseits der Top 30 – und das zuhauf. Der Schweizer Patrick Küng ist der stolze Weltmeister von 2015, er ist der Sieger von Wengen 2014. Den sportlichen Absturz, der darauf folgte, mochte er nie akzeptieren.

Also nahm er diesen Winter noch einmal Anlauf. Nach neun Jahren mit Salomon wechselte er den Ausrüster, war diese Saison auf Fischer-Ski unterwegs, und er schloss sich der Trainingsgruppe um Simon Rothenbühler an, mit dem er in früheren Jahren eng zusammengearbeitet hatte. Küng ging weg von Feuz, Janka oder Caviezel, und hin zu den Jungen, zu Kryenbühl, Weber, Rogentin. Das alles hätte ihm im letzten Sommer neue Impulse geben sollen. Doch Küng tat sich auch diese Saison schwer. Immerhin gab es mit den Rängen 17 und 22 in den Abfahrten von Beaver Creek und Gröden wieder einmal Punkte, doch der 42. Platz zuletzt in Bormio brach diesen vermeintlichen Aufwärtstrend.

Und der Tiefpunkt folgte vor einer Woche in Wengen, einst sein Glücksort. Er stürzte im Training und erlitt eine Gehirnerschütterung. Es war mehr als eine nächste Verletzung. Es bedeutete das Ende seiner Karriere. Heute Nachmittag (16:30 Uhr) redet Küng in Kitzbühel zu den Journalisten und wird seinen Rücktritt erklären. Es ist ein unrühmliches Ende für einen, der aus seinen Möglichkeiten sehr viel gemacht hat, der in den letzten Jahren zum Experten darin wurde, am so genannten Tag X bereit zu sein. Er war es 2014 in Wengen, als zur verkürzten Lauberhornabfahrt gestartet wurde, er war es an der WM 2015 in Beaver Creek. Und er war es – aus dem Nichts – bei der Heim-WM 2017 in St. Moritz, wo er das Abfahrtspodest nur um 2 Hundertstel verpasste. Sonst in jener Saison hatte er es gerade einmal in 7 von 13 Weltcuprennen in die Punkte geschafft.

Und nun also endet die Karriere des 35-Jährigen mit einer Verletzung. Überhaupt beschäftigte ihn der Körper die letzten Jahre immer wieder. Gleich seinem Coup von Beaver Creek 2015 erlitt er im Sommer eine Verletzung der Patellasehne im linken Knie, die sich als besonders hartnäckig herausstellte. Fast zwei Jahre lang fand er kein Rezept, um gegen sie anzukommen, im Januar 2016 brach er sein Comeback ab. Erst im Frühjahr 2017 konnte er wieder normal trainieren, dafür kämpfte er nun mit dem Material, mit der Abstimmung. Und selbst, als Küng auf zweithöchster Stufe im Europacup neuen Anlauf nehmen wollte, endete das mit einer großen Enttäuschung: Den Super-G auf der Reiteralm beendete er als 32. Heute wird er den Schlussstrich unter seine Karriere ziehen. Die Kraft für einen nächsten Anlauf reicht nicht.

(Heute Sport)

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