Abstiegsthriller und Lizenzchaos - Die Zukunft der Ersten Liga

Bild: GEPA pictures
In der Sky Go Ersten Liga tobt ein wahrer Abstiegskrimi. Bis auf die Top-3 der Liga müssen noch alle um den Klassenerhalt zittern. Heuer steigen erstmals zwei Mannschaften fix ab. Wen es am Ende erwischen wird, steht in den Sternen - Spieler und Trainer der Abstiegskandidaten geben sich kämpferisch. Kurios ist auch, dass allen drei Regionalliga-Tabellenführern die Lizenz verweigert wurde. Auch dazu gibts hier alle Infos.
In der tobt ein wahrer Abstiegskrimi. Bis auf die Top-3 der Liga müssen noch alle um den Klassenerhalt zittern. Heuer steigen erstmals zwei Mannschaften fix ab. Wen es am Ende erwischen wird, steht in den Sternen - Spieler und Trainer der Abstiegskandidaten geben sich kämpferisch. Kurios ist auch, dass allen drei Regionalliga-Tabellenführern die Lizenz verweigert wurde. Auch dazu gibt’s hier alle Infos.

Mehr als die Hälfte der gesamten Ersten Liga steckt fünf Runden vor Schluss tief im Abstiegskampf. Einzig Liefering, Mattersburg und der LASK müssen sich keine Sorgen mehr machen. Ab dem momentanen Vierten Kapfenberg beginnt der beinharte Kampf um den Liga-Verbleib. Nur sechs Punkte trennen den Vierten vom Letzten.

Erstmals steigen heuer zwei Mannschaften fix in die Regionalliga ab. Momentan stehen der SV Horn und der TSV Hartberg punktegleich am Liga-Abstellgleis. Nur zwei Punkte entfernt liegen der SKN St. Pölten und der FAC. Drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone haben im Moment Lustenau und Innsbruck.

Noch kann jede Mannschaft aus eigener Kraft den Kopf aus der Schlinge ziehen, da noch zahlreiche direkte Duelle anstehen. FAC-Coach Peter Pacult ist zuversichtlich: "Es sind noch genug Vereine dabei, die noch im Abstiegsstrudel sind. Ich bin positiv, weil die Mannschaft Charakter hat".

Wacker Innsbruck-Trainer Klaus Schmidt ist für jeden Zähler dankbar:  "Wir nehmen alles, was wir bekommen können. Jeder Punkt kann entscheidend sein. Für den Kopf ist der Punkt sehr wichtig." Auch St.Pölten-Mittelfeldmann Lukas Thürauer gibt sich kämpferisch: "Keine Mannschaft hat einen Lauf da unten. So ist es verdammt eng. Wir haben nur noch 5 Spiele, aber ich glaube, dass wir das schaffen werden."

Experten sind sich einig: Es ist fast unmöglich eine Vorhersage zu treffen, wen es erwischen wird. Nicht nur im Abstiegskampf ist alles völlig offen, sondern auch bei den möglichen Aufsteigern herrscht Chaos. Sportlich werden sich in den Regionalligen wohl Ritzing, Austria Salzburg und Austria Klagenfurt durchsetzen, doch im Moment stehen alle drei ohne Lizenz da.

Die heikle Situation in den Regionalligen analysieren wir auf den nächsten Seiten:

Regionalliga Ost

Die Tabellensituation in der Regionalliga Ost ist eindeutig. Der SC Ritzing marschiert Richtung Meistertitel, einem Aufstieg in die Erste Liga hat die Bundesliga einen Riegel vorgeschoben. Den Ritzingern wurde ebenso die Lizenz verweigert, wie der Vienna. Einzig der SC/ESV Parndorf dürfte laut jetzigem Stand in der Relegation antreten.

Die Vienna und Ritzing stehen ohne Lizenz da. Die Wiener überlegen sogar eine Klage: "Trotz positiver Beurteilung durch den Wirtschaftsprüfer wurde die Finanzkraft unseres Geldgebers in Zweifel gezogen. Durch fadenscheinige Begründungen über unseren Geldgeber wurde uns unter anderem die Lizenz verweigert", erklärte der blau-gelbe Präsident Richard Kristek in einer Aussendung.  

"In jedem Fall werden wir gegen die Initiatoren der 'Schmutzkübelkampagne' und die daraus resultierende Ruf- und Kreditschädigung, alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, denn das kann und darf es so nicht geben", so der Vienna-Präsident weiter.

In Ritzing ist man hingegen zuversichtlich die Lizenz doch noch zu erhalten. "Wir haben wirtschaftlich alle Voraussetzungen für einen Aufstieg geschaffen, alle Bilanzen wurden vom Wirtschaftsprüfer bestätigt und das Eigenkapital ist positiv. Bei den noch fehlenden Verträgen handelt es sich um circa zehn Prozent des Budgets. Die nicht anerkannten Unterlagen werden nunmehr ergänzt und nachgereicht und ich kann damit zuversichtlich sein, die Lizenz in zweiter Instanz zu erhalten", verlautbarte Klubobmann Harald Reiszner in seiner ersten Reaktion.

Der Blick in die Regionalliga West auf der nächsten Seite:

Regionalliga West

Auch in der Regionalliga West hat der souveräne Tabellenführer keine Lizenz erhalten. Austria Salzburg würde laut aktuellem Stand der direkte Aufstieg (Heuer steigt die RL West direkt auf, RL Ost und RL Mitte kämpfen in der Relegation gegeneinander) in die Erste Liga verweigert. Verfolger Wattens hingegen erhielt die Bundesliga-Spielberechtigung.

Austria Salzburg-Obmann Windischbauer gibt sich kämpferisch und hofft auf eine positive Entscheidung in zweiter Instanz. "Wir werden in jedem Fall Protest einlegen. Ich bin zuversichtlich, dass wir gute Chance haben, in der nächsten Instanz die Lizenz doch zu bekommen", so Windischbauer.

Bei den Violetten mangelt es an der Infrastruktur und am Ausweichstadion. In Vöcklabruck hat man ja bekanntlich Hausverbot, in Grödig darf man nicht spielen, weil dort mit dem SV und dem FC Liefering schon zwei Vereine spielen. "Wir haben gewusst, dass die Frage der Infrastruktur bzw. des Ausweichstadions im heurigen Lizenzierungsverfahren eine große Herausforderung darstellen wird", hieß es im Statement der Salzburger weiter.

Bei Wattens ist die Stimmung hingegen lockerer. "Wir freuen uns sehr darüber, weil neben der gesunden und guten Vereinsstruktur auch jede Menge Arbeit damit verbunden ist. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei unserem Vorstand, bei unserem Wirtschaftsprüfer, bei der Marktgemeinde Wattens und bei allen Helfern bedanken", schrieben die Tiroler auf ihrer Vereinshomepage

Wie es in der Regionalliga Mitte aussieht auf der nächsten Seite:

Regionalliga Mitte

Auch in der Regionalliga Mitte steht der Tabellenführer ohne Lizenz da. Austria Klagenfurt wurde die Spielberechtigung verweigert. Tabellenzweiter Vorwärts Steyr hat erst gar nicht darum angesucht. Traditionsklub Blau-Weiß Linz dürfte in der Relegation antreten, die Linzer hatten positive Nachrichten in der Post.

"Die Entscheidung der Bundesliga ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar, schließlich haben wir bereits alle Voraussetzungen in Sachen Personal, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit erfüllt. Unser Hauptsponsor hat außerdem schon vorzeitig den Sponsoringbetrag für die nächste Saison (400.000 Euro) auf ein Treuhandkonto eingezahlt", hieß es in einer ersten Reaktion von Austria-Präsident Peter Svetits.

Hoffnung bei Präsident Svetits

"Unsere Spieler und unsere Fans haben bisher eine großartige Saison abgeliefert. Wir werden mit ganzer Kraft daran arbeiten, damit wir den ersten Platz in der Meisterschaft in den kommenden Wochen absichern. Alles andere werden wir in Ruhe erledigen", so die weitere Reaktion der Klagenfurter.

Bei Blau-Weiß Linz herrscht hingegen Jubel-Stimmung: "Wir glauben an unsere Mannschaft und sind das auch unseren Sponsoren und Fans schuldig. Außerdem ist das Erreichen der Lizenz ein Zeichen für einen seriös geführten, mit Zielen nach oben strebenden Verein", hieß es in einem ersten Statement der Linzer.
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