Alarm um Pädagogen- mangel an Kindergärten

AK Präsident Rudi Kaske schlägt gemeinsam mit der Gewerkschaft Alarm: Es gebe laut aktueller Studie des Instituts für Kinderrechte und Elternbildung im Auftrag der AK im internationalen Vergleich großen Handlungsbedarf.

AK Präsident Rudi Kaske schlägt gemeinsam mit der Gewerkschaft Alarm: Es gebe laut aktueller Studie des Instituts für Kinderrechte und Elternbildung im Auftrag der AK im internationalen Vergleich großen Handlungsbedarf.

Bei der Frage, wie viele Kinder eine Person betreut, ist Österreich auf den hinteren Plätzen: In Finnland ist eine Fachkraft für sieben Kinder zuständig, in Dänemark eine für zehn. Kaske: "In Österreich kümmert sich eine Fachkraft im Durchschnitt um 24 Kinder. Respekt für die KollegInnen, die es da trotzdem noch schaffen, auf die Kinder einzugehen und sie zu fördern!"

Die internationalen Empfehlungen dafür, wie viele Kinder maximal von einer Person betreut werden sollten - laut EC Network on Childcare (ENCN) höchstens 15, laut National Association for the Education of Young Children (NAEYC) höchstens 10 - erreicht Österreich mit einem Betreuungsschlüssel von 1 zu 13 nur zum Teil.

Weitere Kritik: Überall in der EU sei das Bildungsministerium für Kinder ab drei Jahren zuständig - nur nicht in Österreich und Deutschland.

Mängel auch bei Ausbildung

Auch bei der Ausbildung des Personals hinkt Österreich hinterher. Fast überall anderswo ist für Elementarpädagogen ein Hochschulstudium nötig. Die Ausbildung des unterstützenden Personals gleiche einem "österreichischen Fleckerlteppich", so Kaske. Die Wiener vida-Landessekretärin Barbara Schröding sagt: "Das unterstützende Personal muss endlich eine einheitliche hochwertige Ausbildung auf Bundesebene sowie eine einheitliche Berufsbezeichnung erhalten."

Nächster Kritikpunkt: Auch Kosten und Öffnungszeiten sind in Österreich nicht eiheitlich geregelt.

Bei der Qualität der Arbeitsbedingungen weist Österreich ebenso Defizite auf. So zeigt die AK Studie, dass  Kindergartenfachkräfte in Italien, Frankreich, Polen, Baden-Württemberg und Dänemark annähernd gleich viel verdienen wie Lehrer. In Österreich und Finnland sind sie jedoch mit rund 200 Euro weniger als Volksschullehrer deutlich schlechter entlohnt. Meist gebe es nur einen Mindestlohntarif.

AK und Gewerkschaften fordern:


Ein Gesetz soll die Gruppengröße und den Betreuungsschlüssel einheitlich regeln.
Die Ausbildung von PädagogInnen auf Hochschulniveau soll auf den Weg gebracht werden. Internationale Empfehlung sehen vor, dass zumindest die Hälfte der PädagogInnen über eine Hochschulausbildung verfügen soll.
Es brauche einheitliche Ausbildungsstandards für das Unterstützungspersonal.
Ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung soll auch bessere Öffnungszeiten und mehr Kleinkindbetreuung bringen.
Ein zweites kostenloses, verpflichtendes Kindergartenjahr brächte gerechte Chancen für alle Kinder.
Die Gemeinden sollen Zuschüsse je nach Zahl der betreuten Kinder bekommen. Im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen 2015 sollte hier ein Pilotprojekt für den Bereich der Kinderbetreuung umgesetzt werden.
Für den privaten Bereich soll es einen Kollektivvertrag für alle Bundesländer geben.

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