NGO blockiert Amazons Verteilzentrum bei Wien

Beschäftigte in Deutschland setzen sich unterdessen mit Kampfmaßnahmen für bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag ein.
Attac Österreich hat am umsatzstarken "Black Friday" nach eigenen Angaben das Verteilzentrum von Amazon in Großebersdorf bei Wien blockiert. Man wolle damit "auf den hohen Preis aufmerksam machen, den die Allgemeinheit für die Übermacht des Konzerns bezahlt".

Die Nicht-Regierungsorganisation, deren zentrales Anliegen die Besteuerung von Finanztransaktionen ist, beklagt bei Amazon "Steuertricks, Ausbeutung von Mitarbeiterinnen und Schwächung von Gewerkschaften". Der Online-Händler stehe für eine Welt der Klimazerstörung, des Überkonsums sowie der Überwachung von Beschäftigten und Konsumenten.



Streiks in Deutschland

Amazon-Mitarbeiter in Deutschland haben unterdessen Kampfmaßnahmen begonnen. An sechs Standorten in Sachsen, Hessen, Rheinland-Pflaz, Nordrhein-Westfahlen und Bayern rief die Gewerkschaft Verdi mehrtägige Streiks aus.

CommentCreated with Sketch.19 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Gute Arbeit sei nicht "zu Schleuderpreisen zu haben", so die Gewerkschafter. Sie fordern einen Tarifvertrag, der "existenzsichernde Löhne und gute und gesunde Arbeit" sicherstellt. Die Angestellten wollen bis einschließlich kommenden Montag, den Amazon als nächsten Rabatttag "Cyber Monday" getauft hat, die Arbeit niederlegen. Für Österreich wurden keine Streiks angekündigt.

Amazon sah sich in den letzten Jahren wiederholt mit Vorwürfen wegen schlechter Arbeitsbedingungen in Versandzentren konfrontiert. Das Unternehmen selbst bezeichnet sich hingegen als "fairen Arbeitgeber".

Black Friday in Wien-Mitte
Black Friday in Wien-Mitte


(Video: So lief Black Friday bei Media Markt in Wien-Mitte ab)

Rabatttag mit dunkler Seite

"Black Friday" wird in den USA der Freitag nach dem Erntedankfest genannt. Der Handel lockt am Schwarzen Freitag mit besonders günstigen Angeboten. Die Rabattschlacht, die in den letzten Jahren auch nach Europa übergeschwappt ist, hat in Amerika schon Tote gefordert. So wurde etwa in einer Supermarktfiliale nahe New York ein Sicherheitsmann von Schnäppchenjägern zu Tode getrampelt, nachdem er die Tür geöffnet hatte.

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

Nav-AccountCreated with Sketch. pic TimeCreated with Sketch.| Akt:
DeutschlandNewsWirtschaftStreikAmazon

CommentCreated with Sketch.Kommentieren