Angela Merkels Bilanz nach einem Jahr "Wir schaffen ...

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Vor einem Jahr erklärte Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel: Wir schaffen das", und meinte damit die Flüchtlingskrise, die Europa über die kommenden Monate im Griff haben sollte. Nun zog die Kanzlerin im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Bilanz, zeigte sich selbstkritisch und gestand Fehler ein - von ihrem Satz ist Merkel aber weiter felsenfest überzeugt.

Vor einem Jahr erklärte Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel: Wir schaffen das", und meinte damit die Flüchtlingskrise, die Europa über die kommenden Monate im Griff haben sollte. Nun zog die Kanzlerin im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" Bilanz, zeigte sich selbstkritisch und gestand Fehler ein - von ihrem Satz ist Merkel aber weiter felsenfest überzeugt.

Offen gesteht Merkel, dass Deutschland und die Europäische Union die Flüchtlingskrise "zu lange ignoriert" hätten. Eine "gesamteuropäische Lösung sei verdrängt worde, obwohl seit dem Jahr 2004 viele Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU angenommen waren. Spanien und andere Länder habe man aber überlassen, "damit umzugehen" - und Deutschland selbst hatte sich damals gegen eine gerechte Aufteilung auf die EU-Staaten gewehrt. Aber auch den Schutz der Außengrenzen habe man "nicht angemessen" verfolgt.

Als Plan für die Zukunft müsse man nun mit den Nachbarstaaten der Krisenländer, aber auch mit Afrika intensiv kooperieren. "Nicht leugnen" könne Merkel, dass Deutschland nach der Flüchtlingsaufnahme aus Ex-Jugoslawien froh gewesen sei, dass sich andere Staaten "vorrangig" um die aktuellen Flüchtlinge kümmern mussten. Der Verantwortung könne sich Deutschland als EU-Land aber nicht entziehen - "weil Deutschland sonst keine EU-Außengrenzen hat, uns also das Problem schon nicht erreichen wird. So geht es aber nicht."

Den Flüchtlingsgegnern will Merkel weiterhin die Ängste nehmen: "Deutschland wird Deutschland bleiben, mit allem, was uns daran lieb und teuer ist. Aber Deutschland hat sich seit Gründung der Bundesrepublik auch immer wieder verändert. Veränderung ist nichts Schlechtes. Sie ist notwendiger Teil des Lebens." Zu den geltenden Werten und Grundsätzen sagt die Kanzlerin aber: "Das alles darf und wird sich nicht ändern".

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