Ansturm am ersten Tag, Chaos bei Grippeimpfung

Mehr als 90 Minuten mussten viele warten.
Mehr als 90 Minuten mussten viele warten.Mike Wolf
Chaos am Linzer Magistrat. Gleich am ersten Tag der Gratis-Grippeimpfung stürmten viele das Neue Rathaus. Es gab lange Wartezeiten und Unmut.

Montag kurz vor  8 Uhr im Neuen Rathaus: An die 100 Frauen und Männer stehen in den Gängen des Hauses, wollen in den 1. Stock. Denn dort gibt es die Gratis-Grippeimpfung der Stadt Linz. Die wurde zuletzt stark beworben. Auf den Ansturm vorbereitet war man offenbar allerdings nicht. Und das mitten in der Corona-Pandemie.

"Auf diesen Ansturm waren wir nicht vorbereitet", muss dann auch gegen 8.45 Uhr ein Mitarbeiter eingestehen, der versuchte die ungeduldige Menge zu beruhigen. Mittlerweile war auch der Ordnungsdienst der Stadt im Einsatz. Der brachte die Menschen zuerst einmal in den Großen Saal. Denn nur dort gibt es Sitzgelegenheiten und nur dort kann der nötige Abstand (Stichwort Corona) eingehalten werden.

Über 90 Minuten Wartezeit

Und dort sitzen dann viele Menschen und warten, vor einer leeren Theaterbühne. "Wir haben derzeit Wartezeiten von rund 90 Minuten", erklärt der Mitarbeitet den Wartenden. Immer wieder werden kleine Grüppchen geholt und in den 1. Stock gebracht und dort geimpft. Die Stimmung ist angespannt. Immer wieder gibt es Diskussionen, wer zuerst da war.

Gratis ist die Impfung für alle Linzerinnen und Linzer ab dem vollendeten 65. Lebensjahr, für alle BesitzerInnen eines gültigen Aktivpasses sowie für alle Kinder vom vollendeten 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.

Für LinzerInnen vom vollendeten 15. bis zum vollendeten 65. Lebensjahr wird die Impfung im Rahmen dieser Aktion um 15 Euro angeboten. Nicht-LinzerInnen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr bezahlen 22 Euro.

Die Impfungen findet jeweils Montag, bis Freitag von 7.30 – 11.30 Uhr, zusätzlich Montag und Donnerstag von 14 – 16 Uhr im Neuen Rathaus, Raum 1002 (Haupteingang) statt.

Mitten drinnen im Chaos war auch Gerda Lenger, ehemalige Gemeinderätin der Grünen. "Heute" hat mit ihr gesprochen. "Es war schon sehr chaotisch am Beginn. Die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes waren sehr freundlich. Mich wundert aber, dass man da nicht besser vorbereitet war", sagt sie. Auf ihre Grippeimpfung muss sie aber weiter warten. Denn Lenger ging nach knapp einer Stunde wieder nach Hause. "Mir war das zu mühsam und zu gefährlich wegen Corona", sagt sie. 

Ein Grund für den Andrang dürfte auch sein, dass Impfstoff in Linz Mangelware ist. "Ich hab mit einigen Menschen gesprochen. Die wollten sich eigentlich beim Arzt impfen lassen, haben aber keinen Impfstoff bekommen", so Lenger. Und noch etwas ärgert Lenger. "Warum hat man keine Termine vergeben, dann hätte man sich so etwas wie heute erspart", sagt sie.

500 Impfungen schon am ersten Tag

Zu Mittag reagierte auch die Stadt Linz. 500 Impfdosen seien schon am ersten Tag verabreicht worden, heißt es in einer Aussendung. 10.500 Impfdosen sind im Gesundheitsservice zur Verabreichung verfügbar. Das seien dreimal so viel wie beispielsweise im vergangenen Jahr. "Es ist also nicht notwendig, jetzt sofort ins Gesundheitsservice zu kommen", appelliert Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ). 

Wichtig: Neben einem Mund-Nasen-Schutz muss jeder, der geimpft werden will, auch einen eigenen Kugelschreiber mitnehmen.

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