So gering ist die optimale Arbeitsdosis

Ein Studie zeigt, dass bereits ein Arbeitstag die Zufriedenheit im gleichen Maße steigert wie 20 Stunden. Dort hört der Effekt dann auch auf.
Zu wenig Arbeit ist genauso schlecht wie zu viel Arbeit. Darüber herrscht Einigkeit. Über die Anzahl der optimalen Wochenstunden herrscht jedoch noch Ungewissheit. Geld ist nicht der alles entscheidende Faktor bei der Arbeit. Die Zufriedenheit spielt eine wesentliche Rolle, das Gefühl einer eigenen Wertigkeit. Mittlerweile gilt das Themenfeld der Arbeit als Klassiker der empirischen Sozialwissenschaft.

Unzählige Studien bestätigten bereits die positiven Effekte einer geregelten Beschäftigung auf die Gesundheit. Soziale Isolation, Ängste, Schlafstörungen, Depressionen und ein geringes Selbstwertgefühl können die Folge von Beschäftigungslosigkeit sein. Ein ungesunder Lebensstil resultiert aus der gefühlten Ausweglosigkeit der Situation. Hoffnungslosigkeit und Resignation treiben den Kreislauf voran. Burnout, Stress und Depressionen sind jedoch auch Folgen der Überarbeitung.

Effektive Dosis ist gering

Die optimale Arbeitszeit liegt zwischen den beiden Extremen der Arbeitslosigkeit und 50 Stunden verhaftet. Hierfür gibt es bisher mehr Selbsteinschäzungen als konkrete Untersuchungen. Forscher aus England haben nun in einer Studie versucht sich an die Arbeitsdosis, wo Menschen am gesündesten sind, anzunähern. Die Basis bildeten die Daten von 71.000 Personen aus größten soziologischen Langzeitstudie der Welt.

Das Ergebnis: Die effektive Dosis ist recht gering. Schon wenige Arbeitsstunden steigern das Gefühl der Zufriedenheit um 30 Prozent. Bei Frauen steigt es ein wenig später als bei Männern an. Ab 20 Stunden jedoch steigt die Zufriedenheit nicht mehr. Über 40 Stunden baut das Zufriedenheitsempfinden wieder ab.

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„Die Grundlage unserer 40-Stunden-Woche war niemals, wie viel Arbeit gut ist für die Leute. Unsere Studie zeigt, dass Microjobs denselben psychologischen Nutzen haben können wie Vollzeitbeschäftigungen", erklärt Koautor Senhu Wang. In der sich neu strukturierenden Arbeitswelt der Zukunft kann das heißen, dass die Arbeitszeit anders aufgeteilt werden könnte, so der radikale Vorschlag der Studienautoren. Bei einer großflächigen Automatisierung, wo der Bedarf an Arbeitskraft sinkt und einer steigenden Arbeitslosenzahl mit einer Grundsicherung entgegengewirkt werden kann, kann das heißen, dass eine Vollzeit-Beschäftigung anders aussehen könnte. Die Stunden könnten sich untereinander aufteilen, so dass jeder ein Anteil am Maß der Zufriedenheit hat.

(GA)
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