Wolf verhört Foda: "Haben Sie den Job unterschätzt?"

Nach der Klatsche von Israel herrscht Erklärungsbedarf. In einem Interview bohrt jetzt Moderator Armin Wolf bei Teamchef Franco Foda nach.
Nach der desaströsen 4:2-Pleite gegen Israel hagelt es Kritik. Österreich droht nach null Punkten aus zwei Spielen frühzeitig aus dem Rennen um einen EM-Startplatz auszuscheiden. Teamchef Franco Foda muss sich Kritik gefallen lassen. Gleichzeitig wird nach den Hintergründen für das schwache Auftreten der Mannschaft gesucht.

In einem Interview mit Armin Wolf steht Foda Rede und Antwort. Der "ZiB2"-Moderator bohrt dabei ordentlich nach und bringt den Teamchef etwas in Bedrängnis.



CommentCreated with Sketch.10 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Offenbar fehlt's da an der richtigen Strategie und an der richtigen Einstellung", wirft Wolf dem Deutschen gleich zu Beginn vor. Generell setzt er Foda unter Druck.

Der 52-Jährige schmunzelt gelegentlich verlegen, bleibt aber sonst relativ gelassen. Die Kritik sei für ihn verständlich und nachvollziehbar. Dennoch betont Foda, dass nicht alles ganz so schlimm sei, wie andere es darstellen würden.

Gleichzeitig spricht er auch Österreichs momentan größte Schwäche an. "Wir spielen hohes Pressing, wir wollen sehr, sehr schnell umschalten und wir kreieren in vielen Spielen auch viele Tormöglichkeiten. Das ist auch das einzige Manko, dass wir aus diesen zahlreichen Torchancen keine Tore erzielen", so Foda.

Ob er denn jetzt "große Teile der Mannschaft auswechseln" werde, fragt Wolf. Der Teamchef kündigt daraufhin eine geplante Kaderveränderung an – hauptsächlich wegen Verletzungen. Die Situation sehe anders aus, wenn Spieler wie Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf oder auch David Alaba fit wären.



Der "ZiB2"-Moderator bohrt weiter: "Sie hatten auch als Spieler kaum internationale Team-Erfahrung. Haben sie den Job als Nationaltrainer, der ja ganz anders ist als Vereinstrainer, vielleicht unterschätzt?"

Foda lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: "Doch, ich habe auch zwei Länderspiele in Deutschland absolviert, also im A-Nationalteam und war auch oft genug dabei, also ich kenne mich da sehr, sehr gut aus", versicherte er.

Wolf zu Foda: "Sie hatten auch als Spieler kaum internationale Team-Erfahrung. Haben sie den Job als Nationaltrainer, der ja ganz anders ist als Vereinstrainer, vielleicht unterschätzt?"


Die vermeintlich leichte Qualifikations-Gruppe sei ausgeglichener, als die Experten es behaupten. Das macht die ganze Angelegenheit einerseits sehr knapp und spannend. Andererseits besteht laut Foda genau deshalb die Möglichkeit, noch Erster oder Zweiter zu werden.



Als Wolf wissen möchte, wie groß denn die Chance auf eine EM-Teilnahme noch ist, gibt Foda sich zuversichtlich. "Wir haben aus den ersten zwei Spielen keine Punkte geholt. Aber es gibt noch acht Spiele zu absolvieren und abgerechnet wird am Ende des Tages. Nach 10 Spielen und ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir die Qualität haben, noch den ersten oder zweiten Platz zu belegen", sagte er.

Gegen Ende des Interviews fragt Wolf, ob er im Falle eines Misserfolgs über einen Abschied vom Nationalteam nachgedacht habe. "Nein, das habe ich nicht, weil ich von meiner Arbeit überzeugt bin", stellt der Teamchef klar. Das ÖFB-Team habe in der Vergangenheit sein Können unter Beweis gestellt und viele Spiele gewonnen. Der Fokus liege jetzt vollkommen auf der kommenden Aufgabe: Im Juni wartet Slowenien als nächster Quali-Gegner.

(mag)

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