Verkehrte Vorzeichen im Bezirk Melk – üblicherweise geht es auf dem grünen Fußballrasen etwas rauer zu und am noblen Green vornehm. Keine Spur davon Ende August: Mario P. war knapp 100 Kilometer gefahren, um am Golfplatz im Bezirk Melk seinen "Golfpro" zur Trainerstunde zu treffen.
Dort angekommen, wollte der außerordentliche Universitätsprofessor Diplomingenieur Magister Doktor Mario P. die Toilette aufsuchen. Auf dem Weg zum stillen Örtchen wurde es plötzlich laut: "Was machst denn Du da?", so eine harsche, vorerst unbekannte Stimme in Richtung des Professors. "Aufgrund des offensichtlichen Altersunterschied wies ich vorsichtig daraufhin, dass ich dem Herrn bislang kein Du-Wort angetragen hätte und erklärte eben meine Absicht, dass ich vor der Pro-Stunde noch gerne die Toilette aufgesucht hätte", so Mario P.
Daraufhin soll der Widersacher gebrüllt haben: "Der Pro ist mir scheißegal und grüassn konnst ah ned." Der Professor drehte sich stumm um und ging Richtung Abschlag. Doch so weit kam es gar nicht, denn der noch Unbekannte schrie Mario P. hinterher: "Platzverweis."
Einmal in Fahrt bekam der Golfspieler auch gleich die Rote Karte. Der "Golfpro" versuchte zu beruhigen und den Mann umzustimmen. "Dabei stellte sich heraus, dass es sich beim bis dato unbekannten Herren um den Eigentümer des Platzes und somit Clubpräsidenten handelt. Aufgrund des Abhängigkeitsverhältnisses teilte mir der Pro mit, dass er leider nichts machen könne."
Also trat Mario P. – ohne einen einzigen Schlag oder Putt – die knapp 100 Kilometer lange Heimreise nach Wien an. Noch während der Heimfahrt rief der "Golfpro" Mario P. an und zeigte sich betroffen und bestürzt ob des Verhaltens des Präsidenten.
Der Präsident teile auf "Heute"-Anfrage mit: "Ich habe den besagten Herren mit der Aussage 'Wissen Sie überhaupt wer ich bin?' kennengelernt. Und weiters handelt es sich hier um kein Clubmitglied des Golfclubes. Mehr gibt es nicht zu sagen."