Aufregung um Temelin-Atomstrom in Österreich

Die Aussagen des tschechischen Industrieministers Martin Kuba, wonach in Wien die Lichter ausgingen, würde man das AKW Temelin abschalten, hat erwartungsgemäß zu heftigen Reaktionen aus Österreich geführt.

Als "lächerliche Drohung Tschechiens gegenüber Österreich" bezeichnete BZÖ-Obmann Josef Bucher in einer Aussendung die Aussage Kubas. Aus der für das österreichische Hochspannungsstromnetz zuständigen APG (Autrian Power Grid) hieß es, die Aussage entbehre jeglicher energiewirtschaftlicher und technischer Grundlage.

Die Behauptungen des Industrieministers seien nicht nachvollziehbar, erklärte die APG. Temelin habe für die Systemstabilität Österreichs keinerlei Relevanz. Gerade im Osten Österreichs gebe es hohe Erzeugungskapazitäten (thermische Kraftwerke, Donaukraft, Wind). Zudem sei Österreich Teil des eng vermaschten europäischen Verbundnetzes.

Bald Verbot von Atomstrom in Österreich

Auch die Umweltorganisation Greenpeace dementierte ein mögliches Blackout: Der Atomstromanteil in Österreich betrage heute knapp über vier Prozent. Ab 2015 würde Tschechien aufgrund eines dann voraussichtlich wirksam werdenden gesetzlichen Verbotes von Atomstromimporten ohnehin auf seiner "schmutzigen" Energie sitzen bleiben, so Greenpeace.

Ein entsprechendes Gesetz ist laut Informationen der Umweltschutzorganisation in Bearbeitung und soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

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