Ausschreitungen vor Wiener Derby angekündigt

Nach Informationen von Heute.at haben sich Hooligans von Rapid und Austria Wien zu Schlägereien rund um das Happel-Oval verabredet. "Den Prater sollte man am Sonntag meiden", kündigte "Rapid Ultras"-Mitglied Paul F. (Name von Redaktion geändert) an.

Paul empfiehlt allen Besuchern des Wiener Derbys (Sonntag, 16 Uhr) von der U-Bahn so schnell wie möglich ins Stadion zu gehen. "Es sind mehrere Schlägereien ausgemacht", weiß das Mitglied des Fanklubs "Ultras Rapid". Das weitläufige Areal rund um das Stadion eignet sich hervorragend für Krawalle, da eine flächendeckende Kontrolle durch die Polizei unmöglich ist. "Mehrere Gruppen zu etwa 20 Menschen werden herumziehen, bis sie einen guten Platz gefunden haben." Gegenüber Heute.at gab die Polizei an, von derlei Absprachen nichts zu wissen.
F. sieht in dieser Gewaltentladung auch die Schuld bei Verein und Exekutive, aus dem Platzsturm im Mai nicht die richtigen Konsequenzen gezogen zu haben: "Rapid und die Politik haben das erreicht, was sie wollten. Sie stehen wieder gut da, weil sie das Problem mit 'Law & Order'-Methoden angeblich gelöst haben. Dabei haben sie es lediglich ein paar Meter aus dem Stadion verlagert, wo das Fernsehen und die Öffentlichkeit es nicht so mitbekommen."
Stadionverbote kein Hindernis

Als Beispiel für die falschen Maßnahmen nannte Paul unter anderem die Ausweispflicht, die nur für die Abo-Besitzer der Ost- und Westtribüne gilt. "Somit könnten diejenige mit Stadionverboten Karten für die sogenannten Familientribünen erwerben." Allerdings glaubt F. nicht, dass es im Stadion selbst zu ähnlichen Szenen wie beim Abbruch-Derby kommen wird. Die Polizei, von der das Spiel als "Risikomatch" eingestuft wird, erwartet 30.000 Zuschauer.
Auch Teile der Exekutive sehen in der Verlegung der Derbys vom "St. Hanappi" ins Happel-Oval keine Verbesserung der Sicherheit. F. vermutet daher, dass Rapid nur auf einen Anlass gewartet hat, um in den Prater zu übersiedeln, weil dadurch höhere Einnahmen erzielt werden können.
Ein guter Boden ist das Happel-Stadion ohnehin nicht für den Rekordmeister. Dort konnte Rapid von den letzten zehn Pflichtspielen nur eines gewinnen (3:0 gegen den HSV).
Fanklubs werden Rapid nicht anfeuern

Am Mittwochabend gab es erneut ein Treffen zwischen Klubvertretern und der Gruppe "United we stand". Dabei kam es zu einer Annäherung: Rapid erlaubt wieder die Abos weiterzugeben, allerdings müssen die Personalien vorher überprüft werden. Außerdem sind die Trainings von Montag bis Mittwoch wieder öffentlich zugänglich. Aus Protest gegen die Verlegung ins Happel-Stadion wird die Gruppierung, der auch die stimmgewaltigen "Ultras" angehören, am Sonntag den Support auf Torjubel und das Einklatschen der Rapid-Viertelstunde beschränken.

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