BAWAG will weitere Staatshilfen zurückzahlen

Nach einer ersten Staatsgeld-Rückzahlungstranche im Juni (50 Mio. Euro) könnte die Republik noch heuer eine Überweisung von der BAWAG erhalten, so Bankchef Byron Haynes am Dienstag bei der Halbjahrespressekonferenz. 2009 hatte der Staat in die US-fondsdominierte Bank 550 Mio. Euro Partizipationskapital eingeschossen.

Die hauptsächlich den US-Gesellschaften Cerberus und Golden Tree gehörende österreichische Bank will sich schrittweise vom Staat freikaufen. Es sei Intention des Instituts, die Einziehung des PS-Kapitals voranzutreiben, wurde heute deponiert. "Wir können es uns leisten, die Rückzahlungen fortzusetzen", versicherte Haynes. In jedem Fall würden die Tilgungen 2014 fortgesetzt.

Der Steuerzahler soll vor allem auch nicht zusätzlich zum Handkuss kommen: Demnach sei die Frage, ob die BAWAG PSK neue Staatsunterstützung bräuchte, falls sie den gerichtsanhängigen Swap-Streit mit der Stadt Linz verlieren würde, "hypothetisch", befand der Vorstand.

Vor Vergleich im Linz-Swap-Streit?

Die Bank geht davon aus, den Rechtsstreit (Streitwert: mehr als eine halbe Milliarde Euro) zu gewinnen oder sich mit Linz zu vergleichen. Im September ist ein Spitzengespräch Bank/Stadt Linz angesetzt, noch vor dem nächsten Gerichtstermin in der Causa. Dieses Treffen wird von Beobachtern als zweiter Versuch für eine gütliche Einigung interpretiert. Wieviel ein Vergleich die Bank kosten wird, ist bisher nicht bekannt.

Die Bank hat unterdessen ihren internen Sparkurs verschärft. Das "beschleunigte Restrukturierungsprogramm" soll Ende 2013 abgeschlossen sein und 2014 "erhebliche" Ergebniseffekte zeitigen. 160 Stellen wurden im ersten Halbjahr gestrichen, der Mitarbeiterabbau geht noch weiter. Details wurden aber nicht beziffert. Ende Juni hatte die BAWAG 3.840 Mitarbeiter.

Zum ersten Halbjahr 2013 weist die BAWAG bei einer Bilanzsumme von 38,2 Mrd. Euro (Ende 2012: 41,3 Mrd. Euro) unterm Strich mit 93,8 Mo. Euro um 2,9 Prozent weniger Nettogewinn aus als voriges Jahr. Operativ und vor Restrukturierungskosten legte sie deutlich zweistellig zu. Ergebnissteigernd wirkten dabei u.a. "Bewertungsergebnisse" und Veräußerungserlöse in Höhe von 113 Mio. Euro (Vorjahr: 45 Mio. Euro). Darin enthalten waren Erträge aus Verkäufen von abgeschriebenen Kreditpaketen, strukturierten Papieren und Beteiligungen und auch realisierte Marktwertgewinne. Die risikogewichteten Aktiva sanken binnen zweier Jahre um fast 5 Mrd. Euro oder 22 Prozent, was Kapital freischaufelte.

Die Kreditrisikovorsorgen sanken im Halbjahr um 17,7 Prozent auf 63,8 Mio. Euro, berichtete die Bank. Die operativen Aufwendungen waren um 4,5 Prozent geringer als vor Jahresfrist. Den Eigenhandel hat die Bank eingestellt, das noch verbliebene Osteuropageschäft weiter zurückgeschraubt.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen