Bayern: Opa reitet 550 km, um Enkel abzuholen

Die Enkel (6 und 7) von Hans Watzl wollten, dass er sie einmal mit dem Pferd von der Schule abholt – dabei wohnen sie 550 Kilometer weit entfernt.

Vier Wochen und 550 Kilometer war Hans Watzl mit seinen beiden Islandpferden Solfari und Fluga unterwegs – denn versprochen ist versprochen! Seine Enkel Hannes (7) und Esther (6) wollten nämlich einmal mit dem Pferd von ihrer Volksschule abgeholt werden.

Doch während der Opa (62) im bayerischen Abenberg wohnt, gehen seine Kinder in Münster (Nordrhein-Westfalen) zur Schule. Also bereitete sich Hans Watzl sechs Monate lang auf den Trip vor: Er ist zwar begeisterter Wanderreiter, doch so eine lange Strecke musste sorgfältig geplant werden – vor allem was Übernachtungsmöglichkeiten mit Pferden betrifft. Außerdem musste er die Rösser erst fit für den Straßenverkehr machen.

Pro Tag legte er mit dem sechsjährige Wallachen und der achtjährigen Stute gemütlich zwischen 17 und 35 Kilometer zurück. Abwechselnd dienten die Pferde als Reit- und Packtier; jeden sechsten Tag gab es eine Pause.

Schule begeistert

"Hauptsache, für die Pferde gab es einen Schlafplatz, danach musste ich dann etwas für mich suchen", sagte Watzl, der noch nie so weit geritten war, "RP-Online". "Und pitschnass bin ich zwischendurch geworden."

Schulleiterin Petra Bönisch war ebenfalls begeistert von der Aktion – Watzl hatte sie im Vorfeld von seinen Plänen informiert: "Es ist einfach eine ganz sympathische Aktion mit sehr viel Herz und Liebe." Außerdem lernen alle Kinder der Schule eine wichtige Lektion fürs Leben: "Versprochen ist versprochen, und das hat Herr Watzl auch genau so eingehalten."

Der Rückweg in die bayrische Heimat wird aber nicht zu Huf absolviert: Solfari und Fluga dürfen die 550 Kilometer weite Reise in einem Pferdetransporter absolvieren. (jm)

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