Bei Kohlmeisen kommt es auf die Krawattengröße an

Wie breit der schwarze Streifen auf der Brust einer männlichen Kohlmeise ist, sagt der Kohlmeisen-Damenwelt so einiges.
Bach, Beethoven, Messiaen und andere Komponisten liessen sich von Vogelgesängen zu ihren Werken inspirieren. Doch nicht alle Kohlmeisen singen gleich schön. In einer Studie, die in "Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS" veröffentlicht wurde, zeigt Prof. Heinz Richner vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern einen interessanten Zusammenhang auf.

Es kommt auf die Größe an



Der Krawatten-ähnliche Streifen auf der Brust, sind bei den Männchen, die Tonintervalle besonders exakt singen, breiter als bei ihren weniger begabten Artgenossen.

Die Krawattengrösse hat Einfluss auf den sozialen Status eines Kolhmeißenmännchens und sogar darauf, wie resistent die Herren gegen Parasiten sind. Ganz besonders wichtig – die Größe der Krawatte hat wirkt sich auch auf die Damenwelt aus. Je größer - desto erfolgreicher, desto mehr Nachwuchs.

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Kohlmeisen – musikalische Genies



Während der Brutzeit singen Kohlmeisenmännchen (Parus major) unermüdlich einen zweisilbigen Gesang. Ein einzelnes Exemplar hat ein Repertoire von bis zu sechs verschiedenen Gesängen. Der Gesang dient dazu, das Territorium gegenüber Rivalen zu markieren und mögliche Fortpflanzungspartnerinnen anzulocken. Heinz Richner ging in seiner Studie nun von der Hypothese aus, dass die Präzision der gesungenen Intervalle verschiedener Kohlmeisenmännchen ein Indikator für deren Attraktivität oder sozialen Status sein kann.

Kohlmeise und westliche Musik – gleiche Intervalle



Es ist die erste Studie, die für eine Tierart einen Zusammenhang zwischen individueller Qualität und der Präzision der gesungenen Intervalle herstellt. "Es ist erstaunlich, dass Kohlmeisen dieselben Intervalle benutzen, auf denen auch die Tonleitern westlicher Musik in der reinen Stimmung beruhen", sagt Heinz Richner. Deshalb hat die neue Studie nicht nur hohe Relevanz für das Verständnis der Evolution akustischer Kommunikation bei Tieren – sondern potenziell auch für die Evolution der Musik. (mp)

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