Wegen Raumsonde gibt es jetzt Leben auf dem Mond

Die abgestürzte Raumsonde "Beresheet" hatte offenbar tausende Mikroorganismen in einer Zeitkapsel an Bord. Initiator Nova Spivack ist sich sicher, dass diese den Crash überlebt haben.
Millionen Zuschauer weltweit verfolgten im April 2019 den Mondlandeversuch der israelischen Organisation SpaceIL. Anstatt einer sanften Landung erlebten sie allerdings, wie die Sonde mit hoher Geschwindigkeit auf der Oberfläche aufschlug – und sogar einen kleinen Krater hinterließ.

"Beresheet" ("Genesis" bzw. "Schöpfung") so der Name des bruchgelandeten Moduls, könnte jetzt dafür verantwortlich sein, dass es Lebewesen auf dem Mond gibt. Denn die Raumsonde hatte offenbar auch tausende Wasserbären (Tardigrada) an Bord. Das sind mikroskopisch kleine Tierchen, die im Wasser leben. Ihren deutschen Namen haben sie ihrem eher bulligen Aussehen und ihrer tapsig wirkenden Fortbewegung zu verdanken.

Bibliothek auf anderem Himmelskörper

Sie waren als Teil einer Initiative der Arch Mission Foundation, deren Ziel es ist, Backups unseres Planeten und der menschlichen Zivilisation an verschiedenen Orten im Sonnensystem zu platzieren, in der Sonde platziert. Neben den dehydrierten Bärtierchen sollen auch menschliche DNS-Proben und eine Abschrift der gesamten englischen Wikipedia in der Zeitkapsel enthalten sein.



CommentCreated with Sketch.6 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Arch-Mission-Gründer Nova Spivack ist sich sicher, dass tierische Fracht den Crash unbeschadet überlebt hat. Nur wenige Minuten vor der geplanten Landung am 11. April hatten die Techniker den Funkkontakt und somit auch die Kontrolle über "Beresheet" verloren. Die rund 100 Millionen Euro teure Raumsonde krachte ungebremst auf den Mond.

Folgt auf Genesis die Auferstehung?

"In den ersten 24 Stunden standen wir alle einfach nur unter Schock", erinnert sich Spivack laut einem Bericht der "Jerusalem Post": "Wir glaubten fest an einen erfolgreichen Abschluss. Wir wussten von den Risiken, aber glaubten nicht, dass diese signifikant genug waren."

In dehydriertem Zustand können Bärtierchen jahrzehntelang überleben. Sollten sie also den Aufprall tatsächlich überstanden haben, könnten sie von einer späteren Mondmission wieder eingesammelt und auf der Erde wiederauferstehen werden.

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(rcp)

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