Bergtrupp rettet "vier Idioten" vor sicherem Tod

In Turnschuhen und Trainerhosen, ohne Eispickel oder Karte: Britische Rettungskräfte mussten während Sturm "Sabine" vier Wanderer von einem Berg holen.
Der Chef eines schottischen Rettungstrupps findet klare Worte: "Einen Haufen Idioten" nennt er die Mitglieder einer vierköpfigen Wandergruppe, die sein Team am Montagabend unter schwierigen Wetterbedingungen retten musste. Die Gruppe hatte am Tag des Sturmtiefs Sabine entschieden, den Ben Nevis, den höchsten Berg Großbritanniens, zu besteigen. Nicht nur das: Die vier Männer waren für den Ausflug mangelhaft ausgerüstet.

Wie John Stevenson, der Leiter des Lochaber Mountain Rescue Teams, gegenüber "Daily Mail" erzählt, habe die Gruppe weder Eispickel, noch Steigeisen oder Karten dabei gehabt. Drei von ihnen trugen lediglich Trainerhosen.

"Das war reine Dummheit"

Als die Gruppe vom heftigen Wintersturm Sabine überrascht wurde, setzte sie einen Notruf ab. Die Männer saßen etwa 400 Meter vom Gipfel bei der Stelle Coire Eòghainn fest, um sie herum fegten Orkanböen mit 130 km/h und es schneite stark. Die gefühlte Temperatur betrug minus 20 Grad.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. 22 Freiwillige rückten aus, um den Wanderern zu helfen. "Diese Typen hätten die Nacht nicht überlebt. Auf keinen Fall", ist sich Chef Stevenson sicher. Seine Männer hätten ihr Leben riskiert und hervorragende Arbeit geleistet, um diese "absoluten Idioten" zu retten. "Das war reine Dummheit", sagt der Bergretter. Aber er habe ihnen am Schluss die Leviten gelesen.

Dankbar, am Leben zu sein

Die vier Männer wurden mehrere hundert Meter voneinander entfernt gefunden. "Wir mussten die Spuren im Eis verfolgen, um drei von ihnen zu finden. Das ist das erste Mal, dass mein Team im Winter eine Wandergruppe in Trainerhosen retten musste. Sie waren überhaupt nicht vorbereitet – geschweige denn für diese Bedingungen", ärgert sich Stevenson.

Die Bergretter brachten die Wanderer auf halber Strecke hinunter. Dort wartete ein Helikopter der britischen Küstenwache, der sie schließlich ins Krankenhaus nach Belford flog. "Ich habe seither nicht mehr mit ihnen gesprochen, weil sie offenbar traumatisiert sind. Aber ich habe vom Krankenhauspersonal gehört, dass sie dankbar sind, noch am Leben zu sein."



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