Bernadette Schild und Flock werden bedroht

Bild: Giovanni Auletta (AP)

Das Österreichische Olympische Komitee hat am Montag einen Brief bekommen, in dem angekündigt worden ist, dass Alpinskiläuferin Bernadette Schild und Skeletonfahrerin Janine Flock während Olympia in Sotschi entführt werden sollen. Zudem herrschte Verwirrung: Bis Dienstagnachmittag hieß es, die ältere Schild-Schwester Marlies sei betroffen.

Das Österreichische Olympische Komitee hat am Montag einen Brief bekommen, in dem angekündigt worden ist, dass Alpinskiläuferin Bernadette Schild und Skeletonfahrerin Janine Flock während Olympia in Sotschi entführt werden sollen. Zudem herrschte Verwirrung: Bis Dienstagnachmittag hieß es, die ältere Schild-Schwester Marlies sei betroffen.

Wie es zur Verwechslung gekommen ist, ist derzeit unklar. Auch wie Brief und Namen öffentlich wurden. "Innerhalb des ÖOC wussten nur vier Personen von dem anonymen Schreiben. Von uns ist hundertprozentig nichts nach außen gedrungen", sagte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel nach der Landung in Sotschi.

Zuvor hatte er vor dem Start in Wien den Eingang des Drohbriefs noch mit Marlies Schild bestätigt. "Es ist richtig, dass ein Brief eingegangen ist. Er war gestern im Briefkasten. Wir haben sofort das Bundeskriminalamt eingeschaltet, das die Erhebungen macht", sagte Mennel am Wiener Flughafen in einer ersten Reaktion.

Flock: "Auf Sport konzentrieren"

Janine Flock hat ebenfalls via ÖOC ein Statement verbreiten lassen. "Peter Mennel hat mich informiert. Ich fühle mich nicht beunruhigt, denke nicht groß über die Sache nach. Ich bin hier, um mich auf den Sport zu konzentrieren."

In Sotschi seien zwei Cobra-Leute, die die Athletinnen beschützen, wenn sie das Dorf verlassen. Mennel flog  , darunter auch Flock.

Verfassungsschutz eingeschaltet

Der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, hat den Erhalt eines anonymen Briefes ebenfalls bestätigt. Das ÖOC habe das Drohschreiben sofort an das Innenministerium weitergeleitet. Der Brief werde nun vom österreichischen Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) untersucht.

Wie die in dem deutschsprachigen Schreiben bedrohten zwei Sportlerinnen jetzt beschützt werden, darüber hielt sich Grundböck bedeckt. Diese werden "nicht öffentlich gemacht." Für die Sicherheitsmaßnahmen seien die russischen Behörden zuständig, die über das Drohschreiben ebenfalls informiert wurden.

ÖSV-Sportdirektor informiert

Hans Pum, Sportdirektor des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) hat erst Dienstagnachmittag von der Entführungsdrohung gegen seine Athletin erfahren. Er vertraue auf die Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen. "Wir sind hier derart gut bewacht. Wir müssen aber genau prüfen und anschauen, wie ernst man das nehmen muss. Das muss man checken", meinte Pum, der bereits seit Samstag in Krasnaja Poljana ist.

Cobra-Beamte begleiten das Team  

Das österreichische Innenministerium hat bereits im Vorfeld zu den Olympischen Winterspielen zwei Verbindungsbeamte (Sportreferat) und zwei Beamte des Einsatzkommandos Cobra entsendet. Sie werden das rund 320 Personen umfassende Team des ÖOC begleiten und im Rahmen der internationalen Kooperation die russischen Sicherheitsbehörden unterstützen.

Nach Angaben des Ministeriums hat es sich bewährt, bei internationalen Sport-Großveranstaltungen wie Olympischen Sommer-und Winterspielen Sicherheitsexperten bzw. Verbindungsbeamte aus dem Innenressort in die jeweiligen Austragungsstädte zu entsenden. Ein Verbindungsbeamter wird im "Coastal Cluster" (Küstenregion) stationiert sein, wo die Eröffnungs- und Schlussfeier sowie alle Hallenbewerbe stattfinden. Der zweite wird sich im 70 Kilometer entfernten "Mountain Cluster" (Bergregion) aufhalten, wo alle Ski-, Bob- und Rodel-Bewerbe über die Bühne gehen.

Österreich-Haus rund um die Uhr bewacht  

Österreichische Sicherheitsbeamte sind auch zur Sicherheitsberatung im "Austria Tirol House" stationiert. Dieses wird seit Ende November 2013 rund um die Uhr bewacht. Besucherinnen und Besucher werden eine Sicherheitsschleuse passieren müssen, wenn sie das Gebäude betreten wollen. Im Ernstfall können in Sotschi anwesende Österreicher sicher und rasch nach Hause gebracht werden. Mehrere Krisen-Unterstützungsteams mit rund 45 Personen stehen jederzeit abrufbereit zur Verfügung.

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