Bis 2050 ist ganz Österreich mit Beton versiegelt

Blick auf die Wiener Südosttangente mit Donauturm und DC-Tower im Hintergrund
Blick auf die Wiener Südosttangente mit Donauturm und DC-Tower im Hintergrundpicturedesk.com/Alex Halada
Wenn die Bodenverbauung im selben Tempo fortschreitet, ist bald nichts mehr von der österreichischen Natur übrig. Das hätte dramatische Folgen.

Jeden Tag wird in Österreich im Schnitt eine Fläche von 130.000 Quadratmetern zubetoniert. Das entspricht etwa 18 Fußballfeldern, die täglich an wertvollem Grünraum verloren gehen. "Das ist viel zu viel. Wir können uns das nicht mehr leisten", warnt nun der Österreichableger des World Wide Fund For Nature (WWF). "Die unkontrollierte Betonflut ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit."

Was in einer Großstadt wie Wien schon längst graue Realität ist, betrifft aber nun immer mehr auch Grünräume in ländlichen Gebieten. Für Straßen, Gebäude und Parkplätze und Co. wird Natur zu Asphalt. Wie "Puls24" weiter berichtet, wird rund die Hälfte der verbauten Fläche durch Bodenversiegelung komplett wasserundurchlässig. Das hat massive Auswirkungen auf die Umwelt und auf uns Menschen, wie der WWF erklärt:

Artensterben: Durch die Zerstörung der Natur würden die heimischen Arten ihren Lebensraum verlieren. "Jede dritte Art ist mittlerweile auf der Roten Liste der gefährdeten Arten", so die Naturschützer.

Lebensgrundlage: Durch die Verbauung verliere der Boden seine überlebenswichtigen Funktionen – und der Mensch seine Heimat und Lebensgrundlage.

Klimakrise: Das dichteste Straßennetz Europas wirke sich gleich doppelt schlimm aus. Österreichs Kohlenstoffdioxid-Ausstoß sei durch den steigenden Verkehr viel zu hoch und die steigenden Temperaturen würden zubetonierte Flächen in regelrechte Backöfen verwandeln.

"Der Bodenverbrauch den wir aktuell haben, entspricht etwa dem Fünffachen des Nachhaltigkeits des Bundes" von maximal 2,4 Hektar pro Tag, beklagt WWF-Aktivistin Maria Schachinger. Der "Flächenfraß" entwickle sich sogar schneller als die Bevölkerung wachse. Deswegen fordert ihr Team nun einen Bodenschutz-Vertrag mit einer strengen und verbindlichen Obergrenze: "Nur so kann unser Land wieder aufblühen. Und unsere Tiere und Pflanzen haben wieder Raum, sich zu entfalten – wir Menschen wieder mehr Lebensqualität."

Dazu hat der WWF nun die Online-Petition "Natur statt Beton – Stoppt die Verbauung Österreichs!" ins Leben gerufen. Diese wurde bis Mittwoch Nachmittag schon von rund 1.500 Menschen unterzeichnet.

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