Black Hawk quält sich 1.200 km über Straßen nach NÖ

Der erste modifizierte Black Hawk ist am 18. November 2020 aus den USA, mit neuem Cockpit am Fliegerhorst Langenlebarn (NÖ) eingetroffen.
Der erste modifizierte Black Hawk ist am 18. November 2020 aus den USA, mit neuem Cockpit am Fliegerhorst Langenlebarn (NÖ) eingetroffen.BMLV; Twitter/@Bundesheerbauer
Das Bundesheer gönnt sich ein Upgrade seiner Black Hawks. Dazu müssen diese in die USA und zurück gebracht werden – nur fliegen dürfen sie nicht.

Dieser Anblick erinnert unfreiwillig irgendwie an eine flügellahme Ente. In einem weißen Plastikkondom verpackt, wurde ein Black Hawk des Bundesheeres über die vergangenen Tage von einem Tieflader über Landstraßen und Autobahn zurück nach Österreich gekarrt. 

"Der erste modifizierte Black Hawk ist gestern aus den USA, mit neuem Cockpit in Langenlebarn eingetroffen", vermeldete Heeres-Sprecher Michael Bauer am heutigen Donnerstag stolz via Twitter. Der bereits 17 Jahre alte Sikorsky S-70 war in den letzten drei Jahren in den Vereinigten Staaten einem umfangreichen Cockpit- und Avionik-Upgrade unterzogen worden.

Das sei laut Bauer notwendig geworden, da es für die bisherige Konfiguration keine Ersatzteile mehr gebe. "Die Hubschrauber können alles, was sie bisher konnten und noch ein bisschen mehr, zum Beispiel Behördenfunk oder Helmdisplay für den Piloten."

Warum fliegt er nicht einfach?

Um wieder heim nach Österreich zu kommen, wurde der Hubschrauber erst per Schiff aus Alabama über den Atlantik nach Zeebrugge in Belgien – Luftlinie sind das etwa 7.260 km – gebracht und vor dort aus per Lkw noch einmal mehr als 1.200 km zu seiner Basis im Fliegerhorst Brumowski. Doch warum wurde der Heli nicht einfach nach Österreich geflogen?

Diese Frage stellten auch zahlreiche Twitter-User dem Oberst. Bauers Erklärung: "Es wäre wenig sinnvoll, mit einem Hubschrauber von den USA nach Österreich zu fliegen. Dazu ist ein Hubschrauber nicht geschaffen". 

Upgrade für gesamte Staffel

In der hauseigenen Fliegerwerft folgt nun die Güteprüfung des verbesserten Black Hawks. Ab Jänner 2021 soll er der Einsatzstaffel wieder zur Verfügung stehen. In den kommenden zwei Jahren werden dann alle neun S-70 ein neues Cockpit bekommen haben – dafür lässt das Bundesheer gesamt 48 Millionen Euro springen.

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