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Blutvergiftung: Die unterschätzte Gefahr!

Heute Redaktion
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Bild: Fotolia

Die Sepsis, umgangssprachlich Blutvergiftung, ist eine tückische Krankheit. Weltweit stirbt jede dritte Sekunde ein Mensch daran, in Österreich sind es 7.000 im Jahr. Zwei Drittel der Erkrankungen passieren erst im Spital.

"Über jede offene Wunde des Körpers können Bakterien, Viren oder Pilze in den Blutkreislauf gelangen und das Immunsystem aktivieren", sagt netdoktor-Experte Univ.-Prof. Dr. Andreas Spittler. Auch bei Harnwegsinfekten oder Lungenentzündung wird das Immunsystem aktiviert, der Körper reagiert mit einer Entzündung. Die Blutgefäße rund um den Entzündungsherd erweitern sich, weiße Blutkörperchen sammeln sich an.

Die Abwehrzellen produzieren Botenstoffe (z.B. Zytokine). Sie aktivieren weitere Abwehrzellen, die den Erreger zerstören. Gelingt dies nicht, können sich Bakterien und ihre giftigen Bestandteile im Blut ausweiten und umliegendes Gewebe in Mitleidenschaft ziehen.

Univ.-Prof. Dr. Andreas Spittler, Medizinische Universität Wien

Blutvergiftung erkennen


? Geht die Vergiftung von einer Wunde aus, färbt diese sich rot, schwillt an und beginnt in Folge pochend zu schmerzen.
? Ähnliche Symptome wie bei einer Grippe: Fieber, Schüttelfrost, beschleunigter Herzschlag, schnellere Atmung, niedriger Blutdruck.
? Benommenheit, Unruhe und Desorientiertheit können auf eine Blutvergiftung hinweisen.

Blutvergiftung behandeln

Infusionen stabilisieren den Kreislauf. Die Blutvergiftung wird mit einem Breitband-Antibiotikum behandelt. Weil mittlerweile viele Menschen eine Resistenz entwickelt haben, sind manchmal mehrere Versuche notwendig. Vereinzelt muss auch operativ das betroffene Gewebe um den Entzündungsherd herum entfernt werden.