Warum man Kassabons besser nicht angreift

Ein Kassabon eines Supermarktes. Symbolfoto
Ein Kassabon eines Supermarktes. SymbolfotoBild: iStock
Jeder greift sie an, jeder schmeißt sie weg – Kassabons gehören zum Einkauf wie das Amen zum Gebet. Doch kaum einer weiß, wie gefährlich sie für unsere Gesundheit sein können.
Die in Kunststoffen verarbeitete Chemikalie Bisphenol A, besser bekannt als BPA, verändert unseren Hormonhaushalt, schädigt Nerven, hemmt die Fruchtbarkeit, beeinträchtigt die Gehirnentwicklung von Kleinkindern und wirkt zudem krebserregend. Das geht aus den Ergebnissen zahlreicher Studien hervor.

BPA-hältige Babyflaschen und Schnuller dürfen deshalb schon seit 2011 in der EU nicht mehr verkauft werden. Spätestens seit die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) BPA als "besonders besorgniserregend" eingestuft hat, hat ein Umdenken stattgefunden.

Doch kaum einer ist sich bewusst, dass wir beinahe täglich mit BPA in direkten Kontakt kommen. Denn auch Thermopapiere wie Kassenbon-Rollen sind mit der Chemikalie beschichtet. Diese sorgt dafür, dass sie sich bei Wärmeeinfluss dunkel verfärben. Anders als in Kunststoffverpackungen findet sich BPA hier aber in ungebundener Form wieder und kann so direkt über die Haut in unseren Körper eindringen.

Supermarkt-Ketten steigen um

Von der EFSA wird Thermopapier inzwischen als zweitwichtigste Quelle für Belastungen durch BPA angesehen. Laut einer im April 2017 veröffentlichten Untersuchung des Verein für Konsumenteninformation (VKI) kam kein einziger von zwölf getesteten Kassabons ohne die gesundheitsgefährdende Substanz aus.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Mittlerweile sollen die meisten großen Supermarkt-Ketten in Österreich bereits auf andere Beschichtungen umgestiegen sein, wie der "Standard" berichtet. "BPA befindet sich stark im Rücklauf, Alternativen sind verfügbar", erklärt Thomas Jakl, Abteilungsleiter für Chemiepolitik, im Umweltministerium.

Im Jänner 2020 folgt nun das Verbot des Thermopapiers mit Bisphenol A innerhalb der EU. Dieses war bereits 2017 beschlossene Sache, allerdings mit einer 36-monatigen Übergangsfrist.

Übrigens: Gerade wegen der hohen Risiken gehören BPA-belastete Kassabons laut VKI nicht ins Altpapier sondern in den Restmüll. Denn Altpapier wird bei der Verwertung in einzelne Fasern aufgelöst, wodurch die Stoffe der Thermobeschichtung ins Grundwasser gelangen können.

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(rcp)

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