1-2-3-Klimaticket: Jetzt geht es um Milliarden

Die grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler macht sich an das grüne Prestigeprojekt: das Klimaticket.
Die grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler macht sich an das grüne Prestigeprojekt: das Klimaticket.Bild: picturedesk.com
Die grüne Verkehrsministerin Gewessler beginnt die Verhandlungen für das grüne Prestigeprojekt: eine österreichweite Jahreskarte für alle Bahnen.
Eine erschwingliche Jahreskarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel österreichweit – das steht als grünes Prestigeprojekt prominent im Regierungsprogramm. Das "1-2-3-Ticket" soll Bahnfahren in einem, zwei oder allen Bundesländern erlauben, je nach Umfang für einen, zwei oder drei Euro am Tag. Das wäre ganz wesentlich billiger als die derzeitige Jahreskarte der ÖBB alleine, die pro Tag 5,30 Euro ausmacht. Vorbild dafür ist die Öffi-Jahreskarte in Wien, einst ein Prestigeprojekt der grünen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Heute, Dienstag, fällt der Startschuss zu den Verhandlungen mit den Landesverkehrsverbünden sowie ÖBB und Westbahn. Umwelt- und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat ein sechsköpfiges Projektteam aus Ministerium und Kabinett aufgestellt, insbesondere Generalsekretär Herbert Kasser soll sich stark einbringen.



CommentCreated with Sketch.37 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Diesmal soll es klappen

Bereits unter Rot-Schwarz hat es einen Anlauf für ein ähnliches Projekt gegeben, dies scheiterte jedoch. Gewessler ist zuversichtlich, dass es diesmal anders läuft: "Die Zeit ist reif", meinte sie im APA-Gespräch. Es gebe viel positive Resonanz, überhaupt sei die 1-2-3-Karte eines der beliebtesten Projekte des Regierungsprogramms.

Der größte Knackpunkt des Projekts ist die Finanzierung. Denn wenn Bahnfahren österreichweit deutlich billiger werden soll, um Anreize für den Umstieg vom Auto auf die Bahn zu schaffen, dann müssen die geringeren Einnahmen für die Verkehrsverbünde vom Bund gegenfinanziert werden. Gewessler rechnet mit einem Bedarf "im dreistelligen Millionenbereich". Daran scheiterten ähnliche Projekte bereits in der Vergangenheit. Harte Verhandlungen stehen also bevor.

Experte: Kosten in Milliardenhöhe, aber rentiert sich

Das Ministerium hat ein Projektteam eingesetzt, das nun die Arbeit aufnehmen soll. "Das Ticket ist aus jetziger Sicht hochattraktiv. Das Projekt ist gesamtwirtschaftlich rentabel", sagte Professor Sebastian Kummer vom Institut für Transportwesen an der Wirtschaftsuniversität Wien am Dienstag im Ö1-Morgenjournal.

Er rechnete allerdings mit Kosten bis zu zwei Milliarden zusätzlicher Investitionen pro Jahr, wie er vorrechnete. Diese Finanzierung zu regeln ist die größte Herausforderung für die Arbeitsgruppe des Ministeriums.

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