Bunte Kilts und fliegende Stämme in der Seestadt

Ein buntes und kraftvolles Spektakel bot am Samstag die 1. Highland Games-Europameisterschaft in der Seestadt Aspern (Donaustadt). "Heute" war für Dich dabei.
Sie gehören zu Schottland wie der Whiskey und William Wallace: Die Highland Games. Am Samstag kamen die schottischen Freiluftspiele auf eine Wiese am Eck zwischen der Janis-Joplin-Promenade und Sonnenallee in der Seestadt Aspern (Donaustadt) und boten den Schaulustigen ein buntes Spektakel. Veranstaltet wurde das internationale Turnier von der Austrian Highland Games Federation.

1. internationale "Heavy Events"-Meisterschaft

Es war das erste Mal, dass in Österreich eine internationale Meisterschaft in den "Heavy Events" ausgetragen wurde. "Heavy" heißt in diesem Zusammenhang, dass es nur um den Sport geht, auf das sonst übliche Rahmenprogramm mit Dudelsackmusik und Tanz wurde bewusst verzichtet.

Lightweight Highland Games in Wien
Lightweight Highland Games in Wien


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Die traditionelle schottische Sportart wird in zwei Gewichtsklassen ausgetragen: die Leichtgewichte bis 90,7 kg und die Schwergewichte für alles darüber. Bei der Meisterschaft in Wien traten jedoch alle 25 Athleten, darunter auch sieben Frauen, nur in der Leichtgewichtsklasse an. Die Sportler mussten sich fünf Disziplinen stellen: Neben dem vermutlich bekanntesten Bewerb, dem "Baumstamm werfen", standen auch der Steinweitwurf, das Hammerwerfen, der Weitwurf mit Metallblöcken und das "weight over the bar" auf dem Programm. Dabei müssen die Athleten kopfüber einen rund 19 kg schweren Metallblock wie beim Stabhochsprung über eine Latte werfen. Je höher diese liegt, desto besser.

Athleten aus sieben Nationen kämpften um den Titel

"Der Europäische Rekord liegt derzeit bei 5,7 Meter, alles über 5 Meter ist top", erklärt uns Stefan Dumitrica (35), den wir schon am Freitag beim letzten Training begleiten durften. Der Rumäne, der in Wien lebt und als Personal Trainer arbeitet, tritt bei den Highland Games für seine Heimat an. Insgesamt matchten sich sieben Nationen um die Frage, wer der beste Highlander ist.

Vizeweltmeister zeigt uns, wo der Hammer hängt

Sportlich war Stefan schon immer, 2013 ist er durch einen Bekannten zu den Highland Games gekommen und war gleich fasziniert. Mittlerweile konnte er zahlreiche Titel erringen: Neben dreifachem Europameister auch Weltmeister und Vizeweltmeister. Bei unserem Besuch zeigt er uns, wie die Disziplinen aussehen, wenn man's kann. Im Kilt - "ich trage bei den Wettkämpfen einen leichten Baumwollkilt, der echte aus Wolle wiegt rund fünf Kilo und das wäre zu schwer" - und sportlicher Unterwäsche (damit ist die Frage geklärt, was die Athleten unter dem Kilt tragen), wirft er Holz, Metall und Stein, als wären es Golfbälle.

"In den meisten Disziplinen geht es nicht um Kraft, sondern um Technik", so Stefan, der auch gleich mit einem Irrtum aufräumt: "Beim Baumstammwerfen, dem "Caber toss" zählt nicht die Entfernung, sondern die Drehung des Holzstamms. Es geht darum, den Stamm so zu werfen, dass er sich in der Luft um 180° dreht und dann in einer geraden Linie liegen bleibt. Liegt der Stamm schief, gibt es Punkteabzug", so der "Highlander".

"Trainiere eigentlich jeden Tag"

Damit Stefan die bis zu fünf Meter und zwischen 35 und 55 kg schweren Stämme durch die Luft wirbeln kann, trainiert er dreimal die Woche. Neben dem Training auf dem Feld, geht Stefan auch dreimal pro Woche ins Fitnessstudio, "ich trainiere also eigentlich jeden Tag", lacht er.

Österreichische Highland Games mit ungewisser Zukunft

Bereits dreimal fanden auf der Wiese in der Seestadt Highland Games statt, diesmal erstmals als internationaler Wettkampf. Doch es wird auch das letzte Mal gewesen sein, denn im nächsten Jahr müssen die Highlander wegen dem Bau einer Straße einen neuen Ort suchen.

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