Causa Karlsplatz: Junger Grüner will Polizei entwaffnen

Die Jungpolitiker Laura Sachslehner (26, ÖVP) und Ömer Öztas (20, Grüne) trafen sich zum Streitgespräch bei "Heute".
Die Jungpolitiker Laura Sachslehner (26, ÖVP) und Ömer Öztas (20, Grüne) trafen sich zum Streitgespräch bei "Heute".Sabine Hertel
Die gewaltsame Auflösung der Party am Wiener Karlsplatz durch die Polizei sorgt für Debatten. „Heute“ lud zwei Jungpolitiker zum Streitgespräch.

Hat die Polizei richtig gehandelt, als sie vergangenen Freitag eine Party von rund 1.500 Menschen am Karlsplatz auflöste, dabei auch Pfefferspray einsetzte? Haben die jungen Menschen nach über einem Jahr Pandemie und "brav sein" nicht endlich das Recht, die Sau rauszulassen? Und: Täuscht der Eindruck, oder geht die Exekutive bei Zusammenkünften von Corona-Leugnern mit Samthandschuhen vor?

Im "Heute"-Streitgespräch beziehen die beiden Gemeinderäte Laura Sachslehner (26, ÖVP) und Ömer Öztas (20) von den Grünen zu diesen und anderen Fragen Stellung. Dass sie dabei durchaus unterschiedliche Ansichten vertreten, ist wenig überraschend. Viele Aussagen sind es in ihrer Deutlichkeit aber schon.

Das Streitgespräch in voller Länge gibt’s hier:

War das Vorgehen der Polizei gerechtfertigt?

"Ja!", sagt Sachslehner. "Es wurde da am Wochenende eine Linie überschritten. Es hat sich eine Gruppe von extremeren, radikaleren Personen daruntergemischt, die die Polizei mit Flaschen und pyrotechnischen Gegenständen beworfen hat."

Öztas: "Die Polizei hat sehr überzogen reagiert. Sie sollte hier besonders deeskalieren und nicht mit Pfefferspray vorgehen. Es handelt sich hier nicht um Schwerkriminelle, sondern um unschuldige Jugendliche. Ich bin weiter für eine Entwaffnung der Polizei."

Flaschenwürfe gegen Beamte lehnen beide Jungpolitiker ab.

"Mir geht’s ja auch so, auch ich vermisse Partys", so Laura Sachslehner (ÖVP).
"Mir geht’s ja auch so, auch ich vermisse Partys", so Laura Sachslehner (ÖVP).Sabine Hertel

Gibt es ein Recht auf Party?

"Nein“, so Sachslehner. "Ich verstehe den Wunsch nach Party – aber es ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Extreme Gruppierungen haben die Situation für Angriffe auf die Polizei ausgenutzt."

Öztas sieht das völlig anders: "Nach 15 Monaten zu Hause bleiben auf jeden Fall. Wir hatten Solidarität gezeigt – jetzt wollen wir auch Solidarität zurück."

"Das Vorgehen der Polizei war nicht verhältnismäßig", ist Ömer Öztas (Grüne) überzeugt.
"Das Vorgehen der Polizei war nicht verhältnismäßig", ist Ömer Öztas (Grüne) überzeugt.Sabine Hertel

Ist die Polizei bei Rechten und Corona-Leugnern milder?

„Nein, die Polizei erledigt ihren Job. Außerdem kann man nicht mit einer Demo eine andere legitimieren", sagt Sachslehner.

"Ja, die Polizei schützt diese Menschen. Bei Jugendlichen kommt der Pfefferspray zum Einsatz“, meint Öztas, der nach wie vor der Meinung ist, die Polizei in Wien könne man – abgesehen von den Spezialeinheiten – entwaffnen: "Für solche Situationen braucht man keine Waffe", sagt er. Auch Pfefferspray benötigen die Beamten keinen, "wenn man deeskalierend und mit den Jugendlichen auf Augenhöhe spricht". Sachslehner: "Dem muss ich widersprechen. Wir alle wünschen uns eine Welt, wo es keine bewaffnete Polizei braucht. Aber die Polizei muss für Sicherheit sorgen, ich bin froh, dass sie in diesen Situationen die nötigen Mittel haben, um dafür zu sorgen."

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