Chat-Ankündigung: Nun jeden Sonntag Muezzin-Rufe in Wien?

Kurz nach der Stör-Aktion ging der Lautsprecherwagen in Flammen auf.
Kurz nach der Stör-Aktion ging der Lautsprecherwagen in Flammen auf.Leserreporter
Das Verfahren gegen den rechten Störer, der kurz nach dem Terroranschlag Schüsse und Muezzin-Rufe abspielte, wurde eingestellt.

Es waren schockierende Stunden in Wien-Josefstadt. Wenige Tage nach dem Terroranschlag vom 2. November, spielte jemand über Lautsprecher Schüsse eines Maschinengewehrs und Muezzin-Rufe ab. So fuhr er durch die Straßen des 8. Bezirks. Zahlreiche Anwohner und Passanten wählten panisch den Notruf.

Doch die Polizei war bereits vor Ort. Sie begleitete die "Kundgebung" für "Toleranz und Vielfalt", angemeldet von einem bekannten Aktivisten aus der rechtsextremen Ecke, der dabei auch antimuslimische Parolen verbreitete. Der Verfassungsschutz hielt nach möglichen Störern Ausschau. "Dies hätte so nicht stattfinden dürfen", teilte die Polizei im Nachhinein mit und entschuldigte sich.

Verfahren eingestellt

Eine interne Aufarbeitung bei der Polizei ist nun abgeschlossen, doch diese war rein routinemäßiger Natur. "Ich bitte um Verständnis, dass wir diese Evaluierungen nicht veröffentlichen", sagt Polizeisprecherin Barbara Gass gegenüber Radio Wien.

Auch die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren nun ein. Der Vorfall wird also wohl ohne rechtliche Konsequenzen bleiben. So kommt es, dass sich der rechte Störer nun in Sicherheit wiegt.

In seinem 115 Follower umfassenden Telegram-Kanal kündigt er an: "Es spricht jetzt jedenfalls nichts mehr dagegen, die Josefstädter ab heute jeden Sonntagmorgen mit Muezzin-Rufen und anderen Klangereignissen zu beglücken. Im Rahmen von Toleranz und Vielfalt kann ja wirklich niemand etwas dagegen haben."

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